Was können Sie von einer Hormonersatztherapie (HET) erwarten?

Eine Hormonersatztherapie kann viele Wechseljahresbeschwerden lindern, von Hitzewallungen bis hin zu Stimmungsschwankungen. Diese Beschwerden entstehen durch Schwankungen und einen Abfall des Östrogen- und Progesteronspiegels in Ihrem Körper. Je stärker die Schwankungen, desto mehr Beschwerden können bei Ihnen auftreten.

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Die Hormonersatztherapie hilft, diese Hormonspiegel zu stabilisieren und wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Wenn Sie mit einer Hormonersatztherapie (HET) beginnen, muss sich Ihr Körper zunächst daran gewöhnen. Sie werden eine allmähliche Besserung Ihrer Beschwerden feststellen und möglicherweise (vorübergehende) Nebenwirkungen erfahren, die in der Regel abnehmen, je länger Sie die HET anwenden.

Besserung Ihrer Beschwerden: Was stellen Sie wann fest?

Die Geschwindigkeit, mit der Ihre Beschwerden nachlassen, hängt von der Art der Beschwerde und der Dosierung der Hormonersatztherapie ab:

  • Hitzewallungen und Nachtschweiß: Bei Standarddosierungen stellen Sie oft innerhalb von vier Wochen eine Reduzierung der Häufigkeit und Intensität dieser Beschwerden um 75 % bis 80 % fest. Wenn Sie eine niedrigere Dosierung anwenden, kann es 8 bis 12 Wochen dauern, bis Sie denselben Effekt erzielen.
  • Vaginale Beschwerden: Beschwerden wie Scheidentrockenheit und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr bessern sich in der Regel innerhalb von zwei bis vier Wochen nach Beginn einer lokalen Östrogentherapie. In diesem Zeitraum regeneriert sich das Gewebe und die Durchblutung verbessert sich.
  • Psychisches Wohlbefinden: Symptome wie Angstzustände, Niedergeschlagenheit und die Unfähigkeit, Freude zu empfinden (Anhedonie), können bereits innerhalb von drei Wochen nach Beginn der Behandlung nachlassen.
  • Lebensqualität: Ihr Wohlbefinden ist oft schon nach vier Wochen merklich verbessert, wobei die positiven Auswirkungen auf den Schlaf und die sexuelle Funktion bis zu 24 Wochen nach Beginn der Behandlung noch weiter zunehmen können.

Nebenwirkungen in den ersten 3 Monaten

Wie bei jeder medizinischen Behandlung können Nebenwirkungen auftreten. Bei einer Hormonersatztherapie treten diese häufig in den ersten Monaten auf. Sie verschwinden in der Regel von selbst, sobald sich Ihr Körper daran gewöhnt hat. Einige allgemeine Nebenwirkungen, die bei vielen Frauen während der Anwendung einer Hormonersatztherapie auftreten, sind unter anderem:

  • Unregelmäßige Blutungen: Ungeplante vaginale Blutungen oder Schmierblutungen (Spotting) treten in den ersten sechs Monaten bei bis zu 40 % der Frauen sehr häufig auf.
  • Körperliche Beschwerden: Häufige Symptome sind empfindliche oder schmerzende Brüste, Übelkeit, ein Blähbauch, Wassereinlagerungen (Ödeme) und Kopfschmerzen.
  • Stimmungsschwankungen: Es können Stimmungsschwankungen auftreten. Dies hängt häufig mit dem Wirkstoff Gestagen in der Hormonersatztherapie zusammen.
  • Art der Anwendung: Bei Pflastern können gelegentlich Hautreizungen an der Klebestelle auftreten. Wenn Sie Vaginaltabletten oder einen Vaginalring verwenden, können Sie in den ersten zwei bis vier Wochen leichte allgemeine Nebenwirkungen wie Brustspannen bemerken, da die Hormone dann leichter durch das dünne Gewebe aufgenommen werden.

Lesen Sie für einen vollständigen Überblick über die Nebenwirkungen des verschriebenen Medikaments stets die Packungsbeilage. Die meisten Nebenwirkungen sind dosisabhängig. Sollten Ihre Wechseljahresbeschwerden nach drei Monaten weiterhin bestehen, kann eine Anpassung der Dosierung oder der Darreichungsform (z. B. von Tabletten zu Pflastern) helfen. Um Sie optimal zu unterstützen und eine sichere Anwendung der Medikamente zu gewährleisten, erfolgt nach drei Monaten eine ärztliche Kontrolle. Falls erforderlich, passen wir die Dosierung oder die Darreichungsform an.