Eine Hormontherapie, die im gesamten Körper wirkt, senkt während der Anwendung das Risiko für Knochenbrüche. Auch einige andere Gesundheitsrisiken scheinen bei Frauen, die vor ihrem 60. Lebensjahr oder innerhalb von zehn Jahren nach ihrer letzten Menstruation mit der Therapie beginnen, günstiger auszufallen.
Neuere Untersuchungen deuten zudem auf mögliche Vorteile für Herz und Blutgefäße hin. In schwedischen Studien war das Risiko für Herzerkrankungen bei einer Hormontherapie über die Haut geringer als bei bestimmten Tabletten. Eine umfangreiche dänische Studie zeigte bei Frauen, die über mehrere Jahre eine Hormontherapie anwendeten, eine etwas niedrigere Sterblichkeitsrate.
Ob eine Hormontherapie dazu beiträgt, Demenz vorzubeugen, ist weiterhin unklar. Die positiven Studienergebnisse beweisen auch nicht, dass Frauen durch eine Hormontherapie länger leben. Andere Unterschiede zwischen den untersuchten Frauen könnten eine Rolle spielen. Daher empfehlen die Leitlinien nicht, eine Hormontherapie ausschließlich zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Demenz oder zur Lebensverlängerung einzusetzen. Die Linderung der Wechseljahresbeschwerden bleibt das wichtigste Ziel.