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Hormontherapie bei Wechseljahresbeschwerden: 10 häufig gestellte Fragen

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Redaktion SeeMe-nopause
Autor:Redaktion SeeMe-nopause
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Inhaltsverzeichnis

Wer unter Beschwerden während der Wechseljahre leidet, kann eine Hormonersatztherapie in Betracht ziehen. Die Hormontherapie (HRT oder HT) ist eine zeitlich begrenzte Behandlung, bei der die Sexualhormone (Östrogen und Progesteron) ergänzt werden. Sie kann die Hormonspiegel stabilisieren, Schwankungen reduzieren und so helfen, Beschwerden wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und vaginale Trockenheit zu lindern.

Wie funktioniert HRT? Ist sie für jede Frau geeignet? Und was ist sonst noch wichtig zu wissen? Hier sind 10 häufig gestellte Fragen und Antworten zur HRT bei Wechseljahresbeschwerden.

1. Wann kann ich einen Arzt nach HRT fragen?

Ein gesunder Körper ermöglicht es, die Dinge zu tun, die man tun möchte, ohne Beschwerden oder Einschränkungen. Es kann jedoch sein, dass die Wechseljahre so stark auf Körper und Geist wirken, dass man sich eingeschränkt fühlt. Helfen eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und Entspannung nicht, um die Beschwerden zu lindern? Dann kann man einen Arzt nach HRT fragen.

Frauen, die eine Hormontherapie anwenden, berichten beispielsweise, dass sie besser schlafen, keine Hitzewallungen mehr haben, weniger Schmerzen in Muskeln und Gelenken verspüren, weniger vaginale Trockenheit erleben und wieder mehr Energie haben. Mit anderen Worten: Sie hilft vielen Frauen, entspannter durch die Wechseljahre zu kommen.

Hormontherapie ist keine Standardlösung für jede Frau, aber für diejenigen, die unter belastenden Beschwerden leiden, kann sie ein wichtiger Schritt zu mehr Ausgeglichenheit und Lebensqualität sein.
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Suzanne RouhardHormontherapeutin

2. Welche Darreichungsform ist für mich am besten geeignet?

Bei der HRT werden die weiblichen Sexualhormone (meist Östrogen und Progesteron) verabreicht. Die genaue Zusammensetzung dieser Hormone hängt von der Art der Beschwerden, der (medizinischen) Vorgeschichte und der Phase der Wechseljahre ab. Es gibt verschiedene Darreichungsformen:

  • Transdermal (über die Haut), wie Gele, Salben und Pflaster.
  • Oral (in Tablettenform), wie Tabletten und Kapseln.
  • Vaginal, wie Cremes und Ovula.

Welche Form am besten zu einem passt, hängt von der individuellen Situation und den Beschwerden ab. Östrogen kann über die Haut verabreicht werden, um den Magen-Darm-Trakt und die Leber zu umgehen, was für einige Frauen weniger Nebenwirkungen haben kann. Pflaster und Cremes sorgen in der Regel für einen gleichmäßigeren Hormonspiegel als Gele, aber die Aufnahme variiert von Person zu Person. Man kann jederzeit zu einer anderen Form wechseln, wenn die erste Wahl nicht zufriedenstellend ist.

3. Welche Hormone brauche ich?

HRT kombiniert in der Regel die weiblichen Sexualhormone Östrogen und Progesteron. Östrogen (Estradiol) kann die Beschwerden lindern, die durch die Wechseljahre verursacht werden. Progesteron (oder die synthetische Form Gestagen) kontrolliert das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut und schützt vor Gebärmutterkrebs.

Einige Studien legen nahe, dass Progesteron möglicherweise eine positive Rolle bei Schlaf, Knochengesundheit und Stimmung spielen kann, aber dies ist nicht standardmäßig Teil der HRT für Frauen ohne Gebärmutter.

4. Sind bioidentische Hormone besser als synthetische?

Bioidentische Hormone haben die gleiche molekulare Struktur wie die Hormone im Körper und wirken daher auf ähnliche Weise im Körper. Sie haben vergleichbare Effekte und werden auf ähnliche Weise abgebaut. Synthetische (künstliche) Hormone haben eine andere biochemische Struktur als die körpereigenen Hormone.

HRT kann Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Übelkeit verursachen. Ob und wie viele Nebenwirkungen man durch HRT erlebt, hängt von der Substanz, der Dosierung und der individuellen Reaktion ab.

Hormontherapien enthalten heutzutage oft bioidentisches Östrogen, aber man kann zwischen bioidentischem Progesteron und synthetischem Gestagen wählen. Das eine ist nicht unbedingt besser als das andere. Die Wahl hängt von der individuellen Situation ab. Es lässt sich nicht vorhersagen, was für einen persönlich besser funktioniert.

5. Kann jede Frau HRT anwenden?

Nein, nicht alle Frauen können HRT sicher anwenden. Bei Brustkrebs, hormonabhängigem Krebs, Blutgerinnseln, Lebererkrankungen, Schlaganfall, Herzproblemen und abnormalen vaginalen Blutungen wird von HRT abgeraten.

Auch das Alter spielt eine Rolle. Frauen, die älter als 60 Jahre sind oder deren letzte Menstruation mehr als zehn Jahre zurückliegt, haben ein höheres Risiko (ein erhöhtes Risiko für Brust- und Gebärmutterkrebs sowie ein leicht erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle). Für Frauen über 60 überwiegen daher oft die Nachteile der HRT die positiven Effekte.

Ist HRT für einen selbst keine Option? Dann gibt es alternative (hormonfreie) Medikamente, mit denen man die Beschwerden bekämpfen kann.

Überlegen Sie, HRT anzuwenden, oder möchten Sie wissen, welche Form am besten zu Ihnen passt?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Hormone wieder ins Gleichgewicht zu bringen, abhängig von den Beschwerden, Vorlieben und der medizinischen Vorgeschichte. Ein Arzt kann helfen, die Hormontherapie zu finden, die am besten zur individuellen Situation passt.

6. Hilft HRT bei Stimmungsschwankungen?

Ja, HRT kann Stimmungsschwankungen sowie aufgeregte oder depressive Gefühle reduzieren.

Stimmungsschwankungen entstehen durch schwankende Hormonspiegel. Wenn Östrogen schwankt, schwankt auch das Glückshormon Serotonin. Das kann Stimmungsschwankungen verursachen.

Progesteron hat zudem eine beruhigende Wirkung. Wenn der Hormonspiegel sinkt, kann man sich daher plötzlich aufgeregt oder niedergeschlagen fühlen.

HRT kann die Östrogen- und Progesteronspiegel stabilisieren, wodurch die Stimmung weniger schwankt und man wieder mehr innere Ruhe empfindet. In einigen Fällen kann eine zusätzliche Behandlung, wie Therapie oder Antidepressiva, erforderlich sein.

7. Nimmt man durch HRT zu?

Wenn man in den Wechseljahren zunimmt, wird dies oft den hormonellen Veränderungen im Körper zugeschrieben. Bis zu 70 Prozent der Frauen nehmen während der Wechseljahre zu, im Durchschnitt ein halbes bis ein ganzes Kilo zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr.

Hormontherapie führt in der Regel nicht zu Gewichtszunahme. Es ist jedoch wichtig, auch während einer Hormonbehandlung gesund zu essen und sich ausreichend zu bewegen. Ein gesunder Lebensstil bleibt immer die Grundlage für einen gesunden Körper.

Möchten Sie in den Wechseljahren Abnehmen? Eine Hormontherapeutin erklärt, wie man sein Gewicht halten kann.

8. Schützt HRT vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

Niedrige Östrogenspiegel erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. HRT kann dieses Risiko bei Frauen in der Perimenopause oder kurz nach der Postmenopause verringern, aber bei Frauen über 60 kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen tatsächlich steigen. Auch die Familiengeschichte (gibt es Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei den Eltern oder Großeltern?) und die Art des Hormons spielen eine Rolle.

9. Kann ich einfach mit HRT aufhören?

Es gibt keine festen Richtlinien für das Absetzen von HRT. Ob man abrupt aufhört oder langsam ausschleicht, hängt von den Beschwerden, Nebenwirkungen und Vorlieben ab. Ärzte empfehlen in der Regel, HRT schrittweise über einen Zeitraum von einigen Monaten abzusetzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Beschwerden dann vorübergehend zurückkehren, ist deutlich geringer.

10. Erhöht HRT das Krebsrisiko?

Die Risiken von HRT werden seit Jahren untersucht und intensiv diskutiert. Eine Studie der Women’s Health Initiative vor über 20 Jahren deutete darauf hin, dass HRT das Risiko für Brustkrebs erhöhen und negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben könnte.

Inzwischen zeichnen neuere Studien ein anderes (und positiveres) Bild. Aktuelle Studien zeigen, dass HRT für die meisten Frauen eine sichere und effektive Behandlung ist. Die Risiken, die in der WHI-Studie festgestellt wurden, betreffen vor allem Frauen, die erst in höherem Alter (60+) mit HRT beginnen. Es ist wichtig, dass man kurz (innerhalb von zehn Jahren) nach der Menopause mit HRT beginnt. Alter und Kontext sind also entscheidend für die Risiken.

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