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Maud (47): „Mir wurde plötzlich klar: Das ist nicht nur mein ADS“

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Redaktion SeeMe-nopause
Autor:Redaktion SeeMe-nopause
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Inhaltsverzeichnis

Maud (47) ist Mutter von zwei Kindern, verheiratet und Teamleiterin in einem großen Unternehmen. Mit etwa 30 Jahren erhielt sie die Diagnose ADS. Mit Unterstützung und einer klaren Struktur bekam sie ihr Leben gut in den Griff. Bis sie 40 wurde. Dann veränderte sich etwas. Sie war schneller erschöpft, litt unter Stimmungsschwankungen und fühlte sich schnell überreizt. 

Mein Gedächtnis ließ mich im Stich und zu Hause lief nichts mehr rund. Meine Emotionen schienen mich zu übermannen.

Stimmungsschwankungen, Energiemangel und Vergesslichkeit

Schon in jungen Jahren war ihr bewusst, dass sie etwas anders war als andere. Man sagte ihr oft nach, sie sei unruhig, könne nur schwer still sitzen und sei vergesslich. Jahrelang kam sie damit gut zurecht. „Plötzlich fühlte es sich anders an als mein ADS. Viel intensiver. Unkontrollierbar. Meine bewährten Strategien funktionierten nicht mehr. Ich geriet deswegen regelrecht in Panik.“

„Aufgaben, die ich normalerweise mühelos bewältigte, kosteten mich plötzlich mehr Kraft. Termine wahrnehmen, E-Mails beantworten und Fristen einhalten – all das entglitt mir zusehends. Mein Kopf fühlte sich einfach nur noch voll an.“ Ihr Partner tat sich mit ihrem veränderten Verhalten schwer. Insbesondere ihre Stimmungsschwankungen stießen auf Unverständnis. ‚In letzter Zeit bist du so schnell wütend. Dann wieder traurig. Und dann sagst du gar nichts mehr.‘ Sie hatte Schuldgefühle gegenüber ihrer Familie. Sie hatte immer weniger Energie, keine Geduld und verlor den Überblick. Sie wurde vergesslich. Sie vergaß, dass sie Termine verschoben hatte und wen sie anrufen wollte. Dann die Erkenntnis: Das ist nicht nur mein ADS. Das muss etwas anderes sein. 

Die gesamte Struktur, die ich mir aufgebaut hatte, fühlte sich an wie Treibsand.

Keine persönliche Schwäche

Nach einiger Recherche im Internet wurde ihr klar, dass es die Wechseljahre sein mussten. Sie wusste zwar, dass sie sich den Wechseljahren näherte und ihre veränderte Menstruation ein Anzeichen dafür war. Aber wie sich ADS und die Wechseljahre gegenseitig beeinflussen, war ihr nicht bewusst. „Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass hormonelle Umstellungen einen derartigen Einfluss auf mein ADS haben würden.“ Was sie zuvor unter Kontrolle hatte, geriet plötzlich außer Kontrolle. Die Impulsivität und Reizempfindlichkeit – alles wurde intensiver.  

Zuerst versuchte sie, das Problem allein zu bewältigen. Strengere Routinen, mehr Planung. Doch schließlich stieß sie an ihre Grenzen. Sie erlitt eine Panikattacke im Büro. Mitten in einer Besprechung. Da wusste sie: Ich brauche Hilfe.  

Sie suchte Hilfe bei einer Psychologin, die Erfahrung mit ADS und den Wechseljahren hat. Die Suche war nicht einfach, aber schließlich fand sie jemanden. „Und was für eine Erleichterung das war.“ Die Psychologin konnte alles nachvollziehen, was Maud ihr erzählte. „Sie erklärte mir, dass es sich nicht um eine persönliche Schwäche handelt, sondern um eine hormonell bedingte, erhöhte Anfälligkeit. Viele Frauen mit ADS verlieren in den Wechseljahren komplett den Halt, gerade weil sie jahrelang allein durch Willenskraft alles am Laufen gehalten haben.“

Der Schritt zu mehr innerer Ruhe

Gemeinsam mit der Psychologin überlegte sie, was sie ändern könnte. Weniger streng mit sich selbst sein, Reize reduzieren und nicht mehr alles so machen wollen wie früher. Die Psychologin schlug vor, mit dem Hausarzt über eine Hormontherapie zu sprechen. Maud ergriff diese Chance sofort. Sie stellte ihre Ernährung und ihren Lebensstil um und bemerkte nach einigen Monaten auch die Wirkung der Hormontherapie. „Was für eine Erleichterung! Ich fand wieder zu mehr innerer Ruhe und konnte meine Aufgaben wieder koordinieren. Ich habe mich gefreut wie ein Schneekönig.“ Sie reduzierte auch vorübergehend ihre Arbeitszeit, um zur Ruhe zu kommen. 

Wie geht es ihr heute?

Inzwischen arbeitet Maud wieder, setzt sich aber klare Grenzen. Sie sagt heute ehrlich, wenn ihr etwas zu viel wird. Zu Hause hat sie feste Ruhephasen eingeplant. Ihr Partner versteht nun besser, wie sich ADS in Kombination mit den Wechseljahren auswirkt. Es gibt wieder Raum für Leichtigkeit und Zärtlichkeit. „Ich bin immer noch Maud. Immer noch chaotisch, enthusiastisch, intensiv. Das wird sich nicht ändern und das habe ich akzeptiert.“ Sie gönnt sich mehr Freiraum zum Durchatmen und Ausruhen. „Und das ist vielleicht der größte Gewinn. So werde ich die Wechseljahre gut überstehen.“ 

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