Trotz dieser Wechseljahresbeschwerden kümmerte sich Sharon weiterhin um ihre Familie mit zwei Teenagern. Der Älteste hat ADHS und benötigt ständig Unterstützung in der Schule und im Familienleben. Sie versucht, so viel wie möglich Regelmäßigkeit und Struktur für ihren Sohn zu schaffen. „Aber ich bin oft selbst so erschöpft. Und dann fühle ich mich schuldig. Ich versuche, für ihn da zu sein, aber ich bin nicht immer geduldig. Manchmal kann ich nicht einmal meine eigenen Emotionen kontrollieren, und das macht es für ihn auch nicht leichter.“
Dann sind da noch ihre Eltern. Ihre Mutter ist chronisch krank, und ihr Vater leidet an Demenz. Sharon organisiert alles für ihre Eltern, von der Pflege über die Hausreinigung bis hin zur Verwaltung, da ihr Bruder zwei Stunden fahren muss, um zu helfen. Das kostet sie viel Zeit und vor allem Energie. Zusätzliche Hilfe kann sie nicht einfach in Anspruch nehmen, da ihr Vater Schwierigkeiten mit neuen Personen im Haus hat. „Und dann dieses Schuldgefühl. Wenn ich bei meinen Eltern bin, fühle ich mich schuldig gegenüber meiner Familie. Bin ich bei meiner Familie und unternehme etwas Schönes, habe ich das Gefühl, meine Eltern im Stich zu lassen. Es macht einen verrückt.“
Sie merkt, dass ihre Wechseljahresbeschwerden und die Situation auch ihren Mann Frank und die Kinder beeinflussen. „Jedes Mal, wenn ich nach Hause komme, fühle ich mich erschöpft. Und ich sehe es an meinen Kindern und meinem Mann. Sie merken, dass ich anders bin.“ Sharon und ihr Mann Frank können glücklicherweise gut darüber sprechen. „Es klingt vielleicht seltsam, aber es gibt Momente, in denen ich einfach alles fallen lassen möchte. In denen ich alles loslassen möchte, niemanden sehen möchte, mich um niemanden kümmern möchte. Einfach mal durchatmen. Einfach mal gar nichts tun. Aber ich weiß auch, dass das nicht geht. Jeder braucht etwas von mir.“