Fibromyalgie

Während der Wechseljahre können Muskel- und Bindegewebsschmerzen, Müdigkeit und Steifheit zunehmen. Diese chronischen und belastenden Schmerzsymptome werden als Fibromyalgie bezeichnet. Hormonelle Schwankungen könnten dabei eine Rolle spielen. Es ist wichtig zu wissen, was Ihre Beschwerden beeinflusst und welche Maßnahmen helfen können.

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Kurz zusammengefasst

  • Fibromyalgie äußert sich durch Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Steifheit und Müdigkeit (auch nach einer erholsamen Nacht). Ihr Körper kann sich schwer anfühlen, als ob sich Ihre Muskeln gegen Bewegung wehren. Auch Schwindel oder Konzentrationsprobleme können auftreten.
  • Die Beschwerden können Ihren Alltag erheblich einschränken, sowohl bei der Arbeit als auch zu Hause und in Ihrem sozialen Leben.
  • Während der Wechseljahre können diese Beschwerden zunehmen. Ein sinkender Östrogenspiegel könnte dabei eine Rolle spielen, da Schmerzreize intensiver wahrgenommen werden.
  • Fibromyalgie tritt am häufigsten bei Frauen im Wechseljahresalter auf.
  • Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Beschwerden der Fibromyalgie zu lindern. Kleine Anpassungen im Lebensstil können die Schmerzen verringern. Auch Ergänzungen, Medikamente und Hormontherapien können hilfreich sein.
Die Diagnose Fibromyalgie hat mir Ruhe gebracht. Endlich verstehe ich, was los ist und was ich tun kann.
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Manon53 Jahre

Was passiert in Ihrem Körper?

Während der Wechseljahre können die Schmerzen bei Fibromyalgie intensiver werden. Warum das so ist, ist noch nicht vollständig geklärt. Hormonelle Veränderungen könnten dabei eine Rolle spielen. Während der Wechseljahre schwankt und sinkt der Östrogenspiegel. Östrogen spielt eine Rolle bei der Schmerzwahrnehmung, da es hilft, Schmerzsignale zu dämpfen. Wenn der Hormonspiegel sinkt, können Schmerzreize intensiver wahrgenommen werden.

Bei Fibromyalgie ist die Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem gestört. Dies wird als zentrale Sensitivierung bezeichnet. Schwankungen der Neurotransmitter Serotonin und Dopamin spielen dabei eine Rolle: Sie beeinflussen nicht nur Ihre Stimmung, sondern auch, wie Sie Schmerzen wahrnehmen.

Eine leichte Berührung (zum Beispiel ein Kleidungsstück, das über die Haut streift) kann plötzlich scharf oder brennend empfunden werden. Auch Geräusche, Licht oder Emotionen können intensiver wahrgenommen werden, was zu einer schnelleren Überreizung führen kann.

Fibromyalgie tritt am häufigsten bei Frauen zwischen 40 und 60 Jahren auf. Etwa 2 Prozent der Bevölkerung leiden an Fibromyalgie, meist Frauen. Der Anteil der Frauen mit Fibromyalgie steigt von weniger als 1 Prozent in der Altersgruppe von 18 bis 30 Jahren auf fast 8 Prozent bei Frauen zwischen 55 und 64 Jahren. Danach nimmt dieser Prozentsatz wieder ab.

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Andere Ursachen

Fibromyalgie entsteht oft durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Eine genetische Veranlagung kann die Schmerzempfindlichkeit erhöhen. Chronischer Stress und schlechter Schlaf können die Verarbeitung von Reizen im Nervensystem beeinflussen und Beschwerden auslösen oder verschlimmern. Bei einigen Frauen entwickeln sich die Beschwerden nach einem einschneidenden Ereignis, wie einer Operation oder einem Unfall.

Wann handelt es sich um Fibromyalgie?

Fibromyalgie zeigt keine messbaren Auffälligkeiten im Körper. Daher wird die Diagnose anhand Ihrer Beschwerden gestellt und durch den Ausschluss anderer Erkrankungen gesichert. Dieser Prozess kann lange dauern, was frustrierend und verunsichernd sein kann.

Die Diagnose wird oft von einem Arzt, meist einem Rheumatologen, gestellt. Der Arzt prüft, wie lange die Beschwerden anhalten (mindestens drei Monate) und bewertet Schmerzen in verschiedenen Körperbereichen. Dies geschieht anhand der aktuellen Fibromyalgie-Skala, die die Schwere der Beschwerden und die Anzahl der schmerzhaften Bereiche berücksichtigt. Mit Blutuntersuchungen schließt der Arzt andere Erkrankungen wie Schilddrüsenprobleme oder Vitaminmängel aus. Sobald Sie die Beschwerden erkennen und akzeptieren, können Sie Entscheidungen treffen, wie Sie damit umgehen möchten.

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Welche Behandlung kann helfen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Schmerzen zu lindern. Fibromyalgie ist nicht heilbar, aber Sie können Ihren Körper auf natürliche Weise mit gesunder Ernährung, ausreichend Bewegung und Ruhe unterstützen. Darüber hinaus können Ergänzungen, Medikamente und Hormontherapien (HRT) helfen.

Ernährung und Lebensstil: die Basis schaffen

Wenn sich Ihr Hormonhaushalt während der Wechseljahre verändert, kann dies Auswirkungen auf Ihr Energieniveau, Ihren Schlaf, Ihre Verdauung und Ihren Stoffwechsel haben. Gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und Ruhe helfen, Beschwerden vorzubeugen oder zu lindern. Kleine Anpassungen können bereits einen Unterschied machen, wie Sie sich fühlen. Fibromyalgie kann nicht nur körperlich belastend sein, sondern auch mental viel von Ihnen abverlangen. Seien Sie nachsichtig mit sich selbst und achten Sie auf Ihre Grenzen.

Wenn Sie Medikamente oder Ergänzungen einnehmen, unterstützt ein ausgewogener Lebensstil Ihren Körper bei der Aufnahme von Nährstoffen und der Verarbeitung von Medikamenten. Dadurch sind Ergänzungen und Medikamente wirksamer. Experten empfehlen bei Fibromyalgie:

  • Ernährung kann Ihre Energie, Entzündungsreaktionen und Schmerzempfindung beeinflussen. Essen Sie unverarbeitete Lebensmittel (mit Fokus auf Gemüse, Vollkornprodukte und gesunde Fette) und reduzieren Sie Zucker, Alkohol und Softdrinks. Diese Produkte können niedriggradige Entzündungen verschlimmern. Trinken Sie auch ausreichend Wasser.
  • Magnesium und Vitamin D sind wichtig für eine normale Muskelfunktion und ausreichend Energie. Ziehen Sie Ergänzungen in Absprache mit einem Arzt in Betracht.
  • Sanfte und regelmäßige Bewegung hält Ihre Muskeln geschmeidig und kann Schmerzreize verringern. Denken Sie an Spaziergänge, Schwimmen oder Radfahren. Yoga und Tai Chi helfen ebenfalls, Ihr Nervensystem zu beruhigen.
  • Guter Schlaf und Stressabbau können helfen, Schmerzen zu lindern. Konzentrieren Sie sich auf eine gute Schlafhygiene. Setzen Sie sich nicht zu hohe Ziele und planen Sie häufiger Ruhepausen ein, zum Beispiel mit Achtsamkeit, Atemübungen oder einem warmen Bad.
  • Wärme (wie eine Wärmflasche oder eine Infrarotlampe) kann schmerzende Muskeln vorübergehend lindern.
  • Einige Frauen profitieren von kognitiver Verhaltenstherapie (CBT). CBT zielt nicht darauf ab, Schmerzen „wegzureden“, sondern kann helfen, Stress zu reduzieren, besser zu schlafen und Schmerzreize anders wahrzunehmen. Besprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder einem anderen Gesundheitsdienstleister, ob CBT in Ihrer Situation eine Option ist.
  • Unverarbeitete Emotionen oder Traumata können Fibromyalgie beeinflussen. Ein Psychologe könnte dann EMDR oder andere Techniken in Betracht ziehen, um die Beschwerden umfassender anzugehen. Besprechen Sie dies mit Ihrem Hausarzt oder Therapeuten.

Hormontherapie

Während der Wechseljahre verändern sich die Hormone Östrogen und Progesteron in Ihrem Körper: Sie schwanken und verschwinden größtenteils, wenn Ihre Menstruation vollständig aufgehört hat. Dies kann Beschwerden wie Hitzewallungen, vaginale Trockenheit oder Fibromyalgie verursachen. Bei belastenden Beschwerden ist Hormontherapie (HRT) die effektivste Behandlung. Durch das Auffüllen des Hormonmangels nehmen die Beschwerden ab. So kann Ihr Körper wieder ins Gleichgewicht kommen, und Sie gewinnen Energie und Ruhe für Ihren Alltag zurück.

Hormontherapie wird immer von einem Arzt verschrieben und individuell auf Ihre persönliche Situation abgestimmt, damit die Behandlung sicher und effektiv ist.

Hormonfreie Medikamente

Viele Frauen wissen nicht, dass es neben Hormontherapie auch nachweislich wirksame hormonfreie Medikamente gibt, um Wechseljahresbeschwerden zu lindern. Während Hormontherapie mehrere Beschwerden gleichzeitig lindern kann, wirken hormonfreie Medikamente oft gezielt auf ein bestimmtes Symptom. Beispiele sind bestimmte Antidepressiva (SNRI) bei Hitzewallungen, entzündungshemmende Medikamente bei Gelenkschmerzen oder Säureblocker bei Sodbrennen.

Hormonfreie Medikamente werden immer von einem Arzt verschrieben. Sie können eine gute Wahl für Frauen sein, die keine Hormontherapie möchten oder können. Sie wirken direkt auf die Beschwerden, ohne die Hormonbalance zu beeinflussen. So können Sie gezielt Ihre Beschwerden lindern und Ihren Körper unterstützen.

Ergänzungen

Während der Wechseljahre verändert sich unter anderem, wie Ihr Körper Energie produziert, Muskeln aufbaut und die Haut regeneriert. Sie können diese Prozesse auf natürliche Weise mit hochwertigen Ergänzungen unterstützen. Magnesium, Vitamin D und Omega-3 werden jeder Frau in den Wechseljahren empfohlen. Ergänzungen können auch auf spezifische Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Fibromyalgie abzielen:

Die Wirkung von Ergänzungen kann von Person zu Person unterschiedlich sein. Dies hängt unter anderem von Ihrem Lebensstil und Ihrer Gesundheit ab. Auch die Qualität des Produkts bestimmt, wie gut es wirkt. Wählen Sie daher hochwertige Ergänzungen ohne unnötige Füllstoffe.

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