Häufiges Wasserlassen

Viele Frauen in den Wechseljahren bemerken, dass sie plötzlich sehr häufig Wasser lassen müssen – auch nachts. Ein sinkender Östrogenspiegel macht die Blase und die Harnröhre empfindlicher und schwächt die Beckenbodenmuskulatur. Die Folge? Man muss häufiger zur Toilette, selbst wenn die Blase noch nicht gefüllt ist. Was kann helfen?

Close-up of a woman with light brown hair in a brown knit sweater, looking calmly to the side in soft natural indoor light.

Kurz zusammengefasst

  • Ein sinkender Östrogenspiegel während der Wechseljahre beeinflusst die Funktion der Harnröhre, der Blase und der Beckenbodenmuskulatur.
  • Viele Frauen in den Wechseljahren haben das Gefühl, häufiger Wasser lassen zu müssen. Manche empfinden sogar einen ständigen Harndrang. Dieses unangenehme Gefühl kann den Alltag erheblich beeinträchtigen.
  • Es gibt auch andere Ursachen für diese Beschwerden, wie Blasenentzündungen, Diabetes oder bestimmte Medikamente.
  • Glücklicherweise lassen sich die Beschwerden gut behandeln. Eine Hormontherapie ist eine Option, ebenso wie verschiedene Medikamente und Ergänzungen.
  • Müssen Sie plötzlich häufiger Wasser lassen als gewöhnlich? Wenden Sie sich unbedingt an einen Arzt.
Ich musste plötzlich bis zu zwölfmal am Tag zur Toilette. Es hat mich wahnsinnig gemacht! Das Haus zu verlassen wurde immer schwieriger.
A middle-aged woman with dark medium-length hair, wearing a light brown knitted sweater, gently rests her cheek on her hand. She expresses a warm and approachable demeanor with a soft smile and bright, attentive eyes, creating a cozy and welcoming atmosphere in an indoor setting.
Anna (49 Jahre)49 Jahre

Was passiert in Ihrem Körper?

Hormonelle Veränderungen können dazu führen, dass Sie häufiger Wasser lassen müssen, insbesondere in der ersten Phase der Wechseljahre, wenn der Östrogenspiegel schwankt und sinkt. Östrogen spielt eine wichtige Rolle für die Funktion der Harnröhre, der Blase und der Beckenbodenmuskulatur.

Ein sinkender Östrogenspiegel kann dazu führen, dass die Gewebe rund um die Blase und die Harnröhre dünner werden. Dies kann die Beckenbodenmuskulatur schwächen, was es erschwert, den Urin zurückzuhalten. Gleichzeitig kann die Harnröhre trockener, dünner oder gereizt werden, was das Gefühl auslöst, Wasser lassen zu müssen, obwohl die Blase nicht voll ist.

Auch die Blase selbst kann empfindlicher werden, da die Schleimhaut dünner wird und sich die Bakterienbalance verändert. Dadurch entsteht schneller das Gefühl, zur Toilette zu müssen. Zudem kann die Elastizität der Blase abnehmen, was das Zurückhalten des Urins erschwert. Diese Veränderungen führen dazu, dass viele Frauen in den Wechseljahren häufiger Wasser lassen müssen.

Woman with short curly light brown hair in a beige knit sweater, standing indoors and looking back thoughtfully in soft natural light.

Andere Ursachen

Weitere Gründe für häufiges Wasserlassen können sein:

  • Blasenentzündung
  • Überaktive Blase
  • Diabetes
  • Medikamente
  • Harninkontinenz
  • Blasensteine
  • Zu wenig trinken: Konzentrierter Urin reizt die Blase, auch wenn sie nicht voll ist.
  • Zu viel trinken, insbesondere Kaffee oder Alkohol: Diese Getränke reizen die Blasenwand.

Wann spricht man von „häufigem“ Wasserlassen?

Medizinisch gesehen spricht man von „häufigem“ Wasserlassen, wenn Sie mehr als achtmal am Tag und/oder zweimal pro Nacht zur Toilette müssen. Erkennen Sie sich darin wieder? Diese Beschwerden können Ihr Leben stark beeinflussen, beispielsweise durch Schlafstörungen. Ignorieren Sie die Symptome nicht und lassen Sie die Ursachen ärztlich abklären.

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Welche Behandlung kann helfen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, häufiges Wasserlassen effektiv zu behandeln. Sie müssen sich nicht damit abfinden. Sie können Ihren Körper auf natürliche Weise durch gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und Ruhe unterstützen. Darüber hinaus stehen Ergänzungen, Medikamente und Hormontherapien (HRT) zur Verfügung.

Ernährung und Lebensstil: die Basis schaffen

Veränderungen im Hormonhaushalt während der Wechseljahre können sich auf Ihr Energieniveau, Ihren Schlaf, Ihre Verdauung und Ihren Stoffwechsel auswirken. Eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und Ruhe können helfen, Beschwerden vorzubeugen oder zu lindern. Bereits kleine Anpassungen können einen Unterschied machen.

Ein ausgewogener Lebensstil unterstützt zudem die Wirkung von Medikamenten und Ergänzungen, da er die Aufnahme von Nährstoffen und die Verarbeitung von Medikamenten fördert. Empfehlungen von Experten bei häufigem Wasserlassen:

  • Trinken Sie tagsüber 1,5 bis 2 Liter Wasser. Vermeiden Sie es, nach dem Abendessen größere Mengen zu trinken, da dies zu nächtlichem Harndrang führen kann.
  • Kaffee, schwarzer Tee, kohlensäurehaltige Getränke und Wein reizen die Blase und regen die Urinproduktion an. Diese Getränke sollten Sie daher reduzieren.
  • Beckenbodenübungen stärken die Muskeln im Unterbauch, die helfen, den Urin zurückzuhalten. Führen Sie diese Übungen täglich durch.
  • Bleiben Sie in Bewegung. Aktivitäten wie Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen fördern die Gesundheit des gesamten Körpers – auch der Blase.
  • Übergewicht kann zusätzlichen Druck auf die Blase ausüben. Vermeiden Sie Gewichtszunahme und versuchen Sie, bei Übergewicht abzunehmen.
  • Während des Schlafs verliert der Körper Flüssigkeit, wodurch der Urin nach dem Aufwachen konzentrierter ist. Trinken Sie daher morgens ein Glas Wasser.
  • Eine Hormontherapie kann helfen, wenn die Beschwerden stark ausgeprägt sind, insbesondere in vaginaler Form. HRT unterstützt die Regeneration der Gewebe rund um die Harnröhre und die Blase.

Hormontherapie

Das Auffüllen der während der Wechseljahre sinkenden Hormone ist eine der effektivsten Behandlungen für verschiedene Wechseljahresbeschwerden. Hormontherapien (HRT) wirken direkt gegen vasomotorische Symptome wie Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen sowie gegen vaginale Beschwerden wie Trockenheit. Zudem können sie indirekt Beschwerden wie Schlafprobleme, Konzentrationsstörungen und häufiges Wasserlassen lindern.

HRT ist jedoch nicht für jede Frau geeignet. Ein Arzt prüft sorgfältig, ob diese Behandlung für Ihre Gesundheit und Ihre Beschwerden infrage kommt.

Ich musste unterwegs ständig nach einer Toilette suchen. Jetzt, wo ich die richtige Behandlung habe, sind die Beschwerden glücklicherweise weniger geworden. Was für eine Erleichterung!
Woman with wavy brown hair wearing a white blouse, leaning by a kitchen window in warm daylight with shelves and dried flowers behind her.
Monique55 Jahre

Hormonfreie Medikamente

Neben Hormontherapien gibt es auch nachweislich wirksame hormonfreie Medikamente zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden. Während HRT mehrere Symptome gleichzeitig lindern kann, wirken hormonfreie Medikamente gezielt auf ein bestimmtes Symptom. Beispiele sind bestimmte Antidepressiva (SNRI) bei Hitzewallungen, entzündungshemmende Mittel bei Gelenkschmerzen oder Säureblocker bei Sodbrennen.

Diese Medikamente werden stets von einem Arzt verschrieben und sind eine gute Alternative für Frauen, die keine Hormontherapie wünschen oder vertragen. Sie wirken gezielt, ohne den Hormonhaushalt zu beeinflussen.

Ergänzungen

Während der Wechseljahre verändert sich unter anderem die Art und Weise, wie der Körper Energie produziert, Muskeln aufbaut und die Haut regeneriert. Hochwertige Ergänzungen können diese Prozesse unterstützen. Magnesium, Vitamin D und Omega-3 werden jeder Frau in den Wechseljahren empfohlen. Ergänzungen können auch gezielt Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafprobleme und häufiges Wasserlassen lindern.

Die Wirkung von Ergänzungen variiert von Person zu Person und hängt unter anderem von Lebensstil und Gesundheit ab. Auch die Qualität des Produkts spielt eine Rolle. Wählen Sie daher hochwertige Präparate ohne unnötige Füllstoffe.

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