Viele Frauen erwarten Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafprobleme und Stimmungsschwankungen, sobald die Wechseljahre näher rücken. Eine weniger bekannte Beschwerde in den Wechseljahren ist eine Schleimbeutelentzündung. Schleimbeutel sind weiche, mit Flüssigkeit gefüllte Polster. Sie befinden sich überall im Körper, wo Bewegung möglich ist und Knochen enden, beispielsweise zwischen Sehnen, Gelenken und Knochen an Hüfte, Schulter und Ellbogen. Schleimbeutel dämpfen Stöße des Körpers ab (denken Sie an den Aufprall auf das Knie beim Laufen). Außerdem sorgen sie dafür, dass es möglichst wenig Reibung zwischen Sehnen, Knochen und Gelenken gibt.
Östrogen spielt eine wichtige Rolle für gesunde Gelenke, Muskeln und Knochen und hält auch die Schleimbeutel geschmeidig und gesund. Darüber hinaus beeinflusst Östrogen die Produktion von Kollagen: der wichtigste Baustein für Haut, Muskeln, Knochen, Sehnen und Gelenke. Die richtige Menge an Östrogen sorgt für die richtige Menge an Kollagen, die für einen geschmeidigen Körper notwendig ist.
Während (und vor allem nach) den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel und bleibt niedrig. Auch die Kollagenproduktion nimmt ab. Dadurch verringert sich die Belastbarkeit des Körpers. Knochen werden schwächer und Sehnen weniger elastisch. Der Körper wird anfälliger für Beschwerden an Sehnen, Muskeln, Knochen und Gelenken. Bei Überlastung kann es leichter zu einer Entzündung kommen.
Oft sehen wir, dass Frauen in der ersten Lebenshälfte weniger Beschwerden haben als Männer. Das hängt häufig mit der Art der Arbeit oder des Sports zusammen, die jemand ausübt. Nach den Wechseljahren können jedoch gerade Frauen mehr Beschwerden haben, insbesondere in der Postmenopause. So treten 20 Prozent des Knochenverlusts während der Wechseljahre auf. Auch Schleimbeutelentzündungen kommen dann häufiger vor, beispielsweise an Hüfte, Schulter, Ellbogen und Knie.