Unerwünschter Haarwuchs

Während der Wechseljahre können Veränderungen im Gesichts- und Körperhaar auftreten. So können Haare an Stellen wachsen, an denen Frauen dies zuvor nicht gewohnt waren, wie im Gesicht, an der Brust oder am Rücken. Dies ist meist harmlos, kann jedoch als störend empfunden werden. Was verursacht diese Veränderung, und was kann man dagegen tun?

Middle-aged woman with light brown and gray-streaked hair in a white top, gently touching her face in soft warm indoor light.

Kurz zusammengefasst

  • Unerwünschter Haarwuchs an Stellen wie Gesicht, Brust, Nacken oder Rücken tritt vor allem in der späteren Phase der Wechseljahre auf.
  • Bis zu 50 Prozent der Frauen in der Postmenopause erleben verstärkten Haarwuchs im Gesicht.
  • Nach der Menopause sinkt der Östrogenspiegel stark, während Androgene relativ stabil bleiben.
  • Dieses hormonelle Ungleichgewicht kann Haarwuchs an Stellen fördern, an denen Frauen dies nicht gewohnt sind.
  • Das Verständnis der Ursache hilft dabei, geeignete Maßnahmen gegen unerwünschten Haarwuchs zu finden.
Ich sehe immer mehr Haare an Stellen, an denen ich nie Haare hatte, wie an meinem Kinn und meiner Brust. Das finde ich störend. Ich dachte, ich hätte alle Beschwerden schon hinter mir.
An elderly woman with curly gray hair, wearing a thick light brown knitted cardigan, radiates a sense of gentle comfort and serenity. Her soft expression and relaxed posture contribute to the warm and cozy atmosphere of the softly lit indoor environment.
Bella58 Jahre

Was passiert in Ihrem Körper?

Neben den bekannten Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen, die oft vorübergehend sind, können während der Wechseljahre auch dauerhafte körperliche Veränderungen auftreten. Ein Beispiel hierfür ist unerwünschter Haarwuchs an normalerweise haarlosen Stellen.

Wie kommt es dazu? Während der Wechseljahre nimmt die Produktion der Sexualhormone Progesteron und Östrogen in den Eierstöcken allmählich ab. Die Östrogenspiegel sinken während der Perimenopause und bleiben nach der Menopause dauerhaft niedrig. Der Androgenspiegel hingegen (das bekannteste Androgen ist Testosteron) bleibt bei vielen Frauen relativ stabil oder sinkt nur langsam. Dadurch kann ein Ungleichgewicht zwischen Östrogenen und Androgenen entstehen.

Androgene sind Hormone, die die männlichen Geschlechtsmerkmale fördern. Sie kommen natürlicherweise im weiblichen Körper vor und spielen eine wichtige Rolle bei verschiedenen Körperfunktionen, wie dem Aufbau von Muskelmasse. Ein Überschuss an Androgenen kann zu Haarwuchs an für Frauen ungewöhnlichen Stellen führen, wie Hals, Brust, Nacken, Rücken oder Gesicht.

A middle-aged woman with dark brown medium-length hair wearing a light grey knit top gently touches her cheek while smiling, exuding a gentle and warm demeanor in a bright, softly lit room.

Auch Probleme mit Haarausfall oder Akne?

Auch hierfür kann ein Ungleichgewicht zwischen Androgenen und Östrogenen die Ursache sein. Dies kann beispielsweise zu einem zurückweichenden Haaransatz und anderen Haarproblemen führen. Lesen Sie mehr über Haarausfall in den Wechseljahren.

Androgene fördern auch die Talgproduktion, was zu verstopften Poren und Akne führen kann. Wichtig zu wissen: Hautprobleme sind komplex, und viele Faktoren können eine Rolle spielen. Lesen Sie mehr über Akne in den Wechseljahren.

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Welche Behandlung kann helfen?

Unerwünschter Haarwuchs während der Wechseljahre lässt sich nicht immer verhindern. Es gibt jedoch Möglichkeiten, damit umzugehen und die Sichtbarkeit zu reduzieren, beispielsweise durch verschiedene Haarentfernungsmethoden. Welche Methode geeignet ist, hängt von der individuellen Haut und den persönlichen Vorlieben ab.

Ernährung und Lebensstil: Die Basis im Griff

Veränderungen im Hormonhaushalt können sich auf Ihr Energieniveau, Ihren Schlaf, Ihre Verdauung und Ihren Stoffwechsel auswirken. Eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und Ruhe helfen, Beschwerden vorzubeugen oder zu lindern. Kleine Anpassungen können bereits einen Unterschied machen, wie Sie sich fühlen.

Nehmen Sie Medikamente oder Ergänzungen ein? Dann unterstützt ein gesunder Lebensstil Ihren Körper bei der Aufnahme von Nährstoffen und der Verarbeitung von Medikamenten. Das verbessert die Wirkung von Ergänzungen und Medikamenten. Was Experten bei unerwünschtem Haarwuchs empfehlen.

Wenn Sie die Haare als störend empfinden, können Sie sie entfernen, beispielsweise durch Rasieren, Epilieren, Lasern oder Wachsen. Lassen Sie Laser- oder Wachsenthaarung immer von einem Fachmann durchführen. Welche Haarentfernungsmethode am besten geeignet ist, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Der Zustand Ihrer Haut. Wenn Sie unter Hauterkrankungen wie Ekzemen, Psoriasis oder einer Infektion leiden, lassen Sie sich beraten, welche Methode geeignet ist, um die Haut nicht weiter zu reizen.
  • Die Einnahme bestimmter Medikamente. Fragen Sie Ihren Arzt nach der Einnahme von Medikamenten, insbesondere wenn diese die Empfindlichkeit der Haut erhöhen (wie bestimmte Antibiotika).

Hormonfreie Medikamente

Viele Frauen wissen nicht, dass es neben der Hormontherapie auch nachweislich wirksame hormonfreie Medikamente gibt, um Wechseljahresbeschwerden zu lindern. Während die Hormontherapie mehrere Beschwerden gleichzeitig reduzieren kann, wirken hormonfreie Medikamente oft gezielt auf ein bestimmtes Symptom. Beispiele sind bestimmte Antidepressiva (SNRI) bei Hitzewallungen, Entzündungshemmer bei Gelenkschmerzen oder Säureblocker bei Sodbrennen.

Hormonfreie Medikamente werden immer von einem Arzt verschrieben. Sie können eine gute Wahl für Frauen sein, die keine Hormontherapie möchten oder vertragen. Sie wirken direkt auf die Beschwerden, ohne den Hormonhaushalt zu beeinflussen. So können Sie gezielt Ihre Beschwerden lindern und Ihren Körper unterstützen.

Ergänzungen

Während der Wechseljahre verändert sich unter anderem die Art und Weise, wie Ihr Körper Energie produziert, Muskeln aufbaut und die Haut regeneriert. Sie können Ihren Körper bei diesen Prozessen auf natürliche Weise mit hochwertigen Ergänzungen unterstützen. Magnesium, Vitamin D und Omega-3 werden für jede Frau in den Wechseljahren empfohlen.

Die Wirkung von Ergänzungen hängt unter anderem von Ihrem Lebensstil und Ihrer Gesundheit ab und kann von Person zu Person unterschiedlich sein. Auch die Qualität des Produkts bestimmt, wie gut es wirkt. Wählen Sie daher hochwertige Ergänzungen ohne unnötige Füllstoffe.

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FAQ

An welchen Stellen kann unerwünschter Haarwuchs auftreten?
Wie lässt sich unerwünschter Haarwuchs am besten entfernen?