Was mich bei Maaike berührte, war, dass sie nicht nur unter ihrem Bauch oder ihrer Menstruation litt. Sie hatte vor allem das Gefühl, sich selbst zu verlieren. Das höre ich oft, und das verdient Aufmerksamkeit.
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Als Hormontherapeutin spricht Suzanne täglich mit Frauen, die bemerken, dass die Wechseljahre zunehmend ihren Schlaf, ihre Stimmung, ihre Energie und ihr tägliches Funktionieren beeinflussen. In dieser Rubrik teilt sie anonymisierte Geschichten aus der Praxis, um Wiedererkennung zu schaffen und zu zeigen, welche Faktoren eine Rolle spielen können.
Maaikes Geschichte über Darmbeschwerden in den Wechseljahren
In meiner Praxis sehe ich Frauen, die tief im Inneren wissen, dass ihre Beschwerden irgendwoher kommen, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen. So auch Maaike, eine 44-jährige Frau, die mich für ein Erstgespräch kontaktierte.
Während des ersten Gesprächs saß sie etwas angespannt auf ihrem Stuhl. Das sprach sie auch direkt an. Sie hatte schlecht geschlafen, vielleicht weil sie nervös wegen dieses Termins war. Nicht, weil sie nicht kommen wollte, sondern gerade weil sie so viel Hoffnung damit verband. Sie hatte schon vieles ausprobiert, um sich besser zu fühlen, jedoch mit wenig bis gar keinem Erfolg. Dadurch war neben der Hoffnung auch die Angst vor einer weiteren Enttäuschung präsent.
Maaike erkannte sich selbst nicht wieder. Sie war immer eine energiegeladene, stabile Frau gewesen. Jemand, der Arbeit, Familie und soziale Verpflichtungen gut bewältigen konnte. Doch seit etwa einem Jahr hatte sich das langsam verändert. Es begann mit ihren Darmbeschwerden. Ein aufgeblähter Bauch, der einfach nicht wegging. Hosen, die am Ende des Tages plötzlich eng saßen. Mal Durchfall, mal Verstopfung. Dazu kam ständig diese Unruhe im Bauch.
Was sie besonders verunsicherte, war die Angst, irgendwohin zu gehen. Was, wenn sie Krämpfe bekäme? Oder plötzlich Durchfall? Schon der Gedanke daran verursachte Spannungen. Dadurch unternahm sie immer weniger, obwohl sie es gewohnt war, ein aktives Leben zu führen.
Auch mental bemerkte sie Veränderungen. Sie war weniger belastbar gegenüber Reizen, wurde schneller gereizt und hatte eine kürzere Zündschnur, besonders zu Hause. Das tat ihr sichtlich weh. Ihr Mann bemerkte, dass sie schneller aus der Haut fuhr, und ihre Kinder reagierten darauf ebenfalls. Besonders ein Moment mit ihrem Sohn blieb ihr im Gedächtnis. Er hatte vergessen, die Spülmaschine auszuräumen, obwohl das seine tägliche Aufgabe war. Maaike schimpfte so heftig mit ihm, dass er weinend nach oben ging. Sie erschrak furchtbar über sich selbst und seine Reaktion.
Zusätzlich hatten sich ihre Menstruationen in kurzer Zeit extrem verändert. Sie waren viel stärker und dauerten länger. Mittlerweile plante sie ihren Kalender danach, weil sie wusste, dass sie an diesen Tagen kaum funktionsfähig war.
„Es beherrscht einfach mein Leben“, sagte sie.
Was steckte hinter Maaikes Darmbeschwerden?
In ihrer Geschichte hörte ich Anzeichen, die auf ein hormonelles Ungleichgewicht hindeuten konnten, insbesondere auf ein relativ hohes Östrogen im Verhältnis zu Progesteron. Das wird auch als Östrogendominanz bezeichnet, die häufig in der Perimenopause vorkommt. Das kann unter anderem Auswirkungen auf die Menstruation, die Stimmung, Reizbarkeit und Wassereinlagerungen haben.
Bei Maaike fiel besonders auf, dass ihre Beschwerden nicht voneinander getrennt waren. Ihr Darm war unruhig, ihre Menstruationen waren viel heftiger geworden, und mental fühlte sie sich schneller überreizt. Alles hing miteinander zusammen.
Auch die Wechselwirkung zwischen Darm und Hormonen spielte möglicherweise eine Rolle. Die Darmflora hilft bei der Verarbeitung und Ausscheidung von Östrogenen. Umgekehrt können hormonelle Veränderungen auch die Darmfunktion beeinflussen. Wenn dieses Gleichgewicht gestört ist, kann sich das an mehreren Stellen bemerkbar machen.
Um noch besser zu verstehen, was bei Maaike los war, führten wir zusätzliche Blut- und Stuhluntersuchungen durch. Die Ergebnisse passten zu dem, was ich im Gespräch bereits vermutete. Ihr Körper schien Schwierigkeiten zu haben, Östrogene abzubauen und auszuscheiden. Außerdem war ihre Darmflora stark aus dem Gleichgewicht geraten, und es stellte sich heraus, dass sie Weizen weniger gut vertrug.
Endlich ergab alles einen Sinn. Sie hatte die ganze Zeit gespürt, dass etwas nicht stimmte, konnte es aber nicht genau benennen. „Also liegt es nicht nur in meinem Kopf“, sagte sie.
Welche Faktoren verschlimmerten Maaikes Darmbeschwerden?
Bei Maaike verstärkte vor allem die Anspannung rund um ihre Beschwerden die tägliche Belastung. Sie wurde immer aufmerksamer auf ihren Bauch, ihre Menstruationen forderten viel von ihrem Körper, und sie begann immer mehr vorauszudenken.
Vor allem diese Unsicherheit hatte großen Einfluss. Wenn man Angst hat, dass der Bauch jederzeit Probleme machen könnte, beginnt man automatisch vorauszuplanen. Kann ich dort auf die Toilette gehen? Was, wenn ich Krämpfe bekomme? Was, wenn ich plötzlich Durchfall bekomme? Bei Maaike führte das dazu, dass sie immer weniger unternahm.
Auch zu Hause war die Belastung groß. Sie wollte eine gute Mutter und Partnerin sein, merkte aber, dass sie schneller aus der Haut fuhr, als sie es von sich selbst kannte. Das machte sie traurig und unsicher. Nicht nur, weil ihre Familie darauf reagierte, sondern vor allem, weil sie sich in diesen Reaktionen selbst nicht wiedererkannte.
Zusätzlich spielte die Ernährung eine Rolle. Nicht als alleinige Ursache, sondern als Teil der Grundlage. Maaike war an feste Muster gewöhnt, während bei Darmbeschwerden gerade Abwechslung wichtig sein kann, um verschiedene Darmbakterien zu nähren und mehr unterschiedliche Nährstoffe aufzunehmen.
Bei Beschwerden wie diesen geht es nicht nur um Hormone. Auch Darm, Ernährung, Belastung, Erholung und das Gefühl von Sicherheit im eigenen Körper verdienen Aufmerksamkeit.
Welchen Ansatz wählte Maaike gegen ihre Darmbeschwerden?
Wir begannen damit, Schritt für Schritt ihren Körper zu unterstützen. Wir fingen bei der Basis an: ihrer Ernährung. Das bedeutete nicht, dass sich alles plötzlich ändern musste. Für Maaike waren kleine, machbare Anpassungen wichtig. Anpassungen, die ihren Körper weniger belasteten und ihn stattdessen mehr nährten. Da die Untersuchungen zeigten, dass sie Weizen weniger gut vertrug, berücksichtigten wir dies ebenfalls.
Außerdem arbeiteten wir gezielt daran, ihre Leber zu unterstützen, damit ihr Körper Hormone besser verarbeiten und ausscheiden konnte. Auch begannen wir mit der Wiederherstellung ihres Darmgleichgewichts. Die ersten Wochen waren für sie eine Phase des Suchens und der Gewöhnung. Man muss wirklich eine neue Art des Essens entdecken. Das ist nicht immer einfach. Oft ist man jahrelang daran gewöhnt, dasselbe zu essen und zu tun.
Ich sehe oft, dass Frauen jahrelang jeden Morgen dasselbe Frühstück zu sich nehmen. Häufig Joghurt mit Obst, Nüssen, Kernen und Samen. Absolut gesund, aber Abwechslung in der Ernährung bleibt wichtig. Es nährt verschiedene Darmbakterien und hilft, mehr unterschiedliche Nährstoffe aufzunehmen.
Bei Maaike schauten wir daher nicht nur darauf, was sie besser weglassen konnte, sondern auch darauf, was sie hinzufügen konnte. Das machte die Vorgehensweise praktischer und leichter durchzuhalten.
Welche Verbesserung bemerkte Maaike nach ihrem Ansatz?
Beim nächsten Termin, acht Wochen nach der Erstberatung, kam Maaike mit einer anderen Energie herein. Sie erzählte ehrlich, dass sie die Therapie nicht einfach fand. Es erforderte Aufmerksamkeit, Planung und die Gewöhnung an andere Entscheidungen. Aber sie bemerkte auch, dass die Ergebnisse bereits groß waren.
Nach etwa drei bis vier Wochen begann sie, wirklich einen Unterschied zu spüren. Ihr Darm wurde ruhiger, sie fühlte sich wohler in ihrer Haut, und sie konnte wieder mehr von ihrem alten Leben aufnehmen. Auch ihre letzte Menstruation war weniger heftig. Gleichzeitig blieb sie realistisch: Jetzt abwarten, wie die nächste sein würde.
Oft sieht man, dass relativ schnell Verbesserungen eintreten, während eine vollständige Genesung mehr Zeit benötigt. Deshalb planen wir nach drei Monaten eine erneute Auswertung.
Was ich an diesem Prozess schön fand, war nicht nur die körperliche Verbesserung. Vor allem, wie Maaike langsam wieder mehr Verbindung zu sich selbst fand. Sie ging von Frustration und Ohnmacht zu mehr Vertrauen in ihren Körper über.
Sicherheit und Vertrauen in den eigenen Körper sind wichtig für das Gehirn und das Nervensystem. Wenn jemand ständig Angst vor Beschwerden, Spannungen oder Kontrollverlust hat, bleibt der Körper oft in Alarmbereitschaft. Bei Maaike kehrte langsam wieder Ruhe ein.
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Was wir anderen Frauen mitgeben möchten
Was wir anderen Frauen mitgeben möchten, ist, dass Beschwerden wie diese ernst genommen werden dürfen. Ein aufgeblähter Bauch, Durchfall, Verstopfung, starke Menstruationen, Reizbarkeit und Müdigkeit können voneinander unabhängig erscheinen, aber sie können auch miteinander zusammenhängen.
Das bedeutet nicht, dass es eine einfache Ursache gibt. Bei Maaike spielten Hormone, Darmflora, Ernährung, Menstruationen, Spannungen und Unsicherheiten alle eine Rolle. Gerade diese Kombination führte dazu, dass ihre Beschwerden immer mehr Einfluss auf ihr tägliches Leben hatten.
Es kann helfen, breiter zu schauen als nur auf ein Symptom. Nicht nur: Warum ist mein Darm unruhig? Sondern auch: Wie schlafe ich, wie erhole ich mich, wie reagiert mein Körper auf Ernährung, wie verlaufen meine Menstruationen, und wie viel Spannung trage ich schon seit längerer Zeit mit mir herum?
Auch diese Signale können viel darüber aussagen, was in Ihrem Körper und Alltag vor sich geht. Hosen, die am Ende des Tages eng sitzen. Sich nicht mehr trauen, spontan irgendwohin zu gehen. Schneller gegenüber der Familie aus der Haut fahren. Den Kalender nach der Menstruation planen. Das sind keine einzelnen Unannehmlichkeiten, wenn sie zusammen Ihr Leben bestimmen.
Was hilft, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Halten Beschwerden an oder wissen Sie nicht, wo Sie anfangen sollen, können Sie auf SeeMe-nopause zu jedem Symptom nachlesen, welche Ernährungs- und Lebensstiltipps helfen können. So können Sie selbst erste Schritte unternehmen und besser einschätzen, wo Sie zusätzliche Unterstützung benötigen.
Ein Symptom ist oft nicht nur ein Symptom. Manchmal signalisiert der Körper schon seit längerer Zeit, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Dann hilft es, nicht noch mehr Druck auszuüben, sondern zu erforschen, was benötigt wird.
Erkennst du Darmbeschwerden in den Wechseljahren wie in dieser Geschichte?
Diese Praxisgeschichte zeigt, wie Wechseljahresbeschwerden, Darmprobleme, Menstruationen, Stimmung und Belastung miteinander zusammenhängen können. Der Ansatz ist immer individuell, und nicht jede Frau benötigt dasselbe.
Möchten Sie selbst aktiv werden, können Sie auf SeeMe-nopause zu jedem Symptom nachlesen, welche Ernährungs- und Lebensstiltipps helfen können. Denken Sie an Tipps bei Darmbeschwerden, starken Menstruationen, Müdigkeit, Reizbarkeit oder schlechtem Schlaf. Möchten Sie außerdem wissen, welche Behandlung, Medikamente oder Ergänzungen geeignet sein könnten, kann ein Arzt Sie beraten. Bei einer Erstberatung erhalten Sie auch den kostenlosen Ernährungs- und Lebensstil-Leitfaden mit praktischen Tipps zu den einzelnen Beschwerdegruppen.
Quellen und medizinischer Kontext
Dieser Artikel basiert auf Praxiserfahrungen einer Spezialistin. Um die Privatsphäre der Patientin zu schützen, wurden Name und erkennbare Details geändert. Die Informationen in diesem Artikel dienen der Bildung und ersetzen keine persönliche medizinische Beratung.




