Einfluss der Wechseljahre auf Ihr Gehirn



Während der Wechseljahre stehen hormonelle Veränderungen in Verbindung mit Veränderungen im Gehirn. Untersuchungen zeigen, dass dabei auch Veränderungen in der Gehirnstruktur und -funktion auftreten können. Durch Hormonschwankungen und -abfälle kommt es zu zahlreichen Veränderungen im Körper. Bis zu 80 % der Frauen in dieser Lebensphase leiden unter Beschwerden wie Hitzewallungen, Gewichtszunahme oder Stimmungsschwankungen. Ein Teil dieser Beschwerden hängt mit Prozessen im Gehirn zusammen, das ebenfalls Veränderungen durchläuft. Die Hormontherapeutin Suzanne Rouhard erläutert, welche Veränderungen im Gehirn während der Wechseljahre stattfinden und welche Maßnahmen ergriffen werden können, um Beschwerden zu lindern oder zu reduzieren.
Im Gehirn befinden sich zahlreiche Östrogenrezeptoren. Während der fruchtbaren Jahre ist der Östrogenspiegel in der Regel höher. Östrogen könnte möglicherweise verschiedene Gehirnprozesse beeinflussen, wie zum Beispiel:
Der genaue Einfluss von Östrogen auf diese Prozesse wird weiterhin erforscht.
Der hohe Progesteronspiegel in diesen Jahren sorgt für Ruhe im Gehirn und beeinflusst das System, das an der Produktion von Stresshormonen beteiligt ist. Zu Beginn der Wechseljahre schwanken und sinken die Spiegel dieser Hormone. Dies erfordert eine Anpassung des Gehirns. In dieser Übergangszeit können verschiedene Beschwerden auftreten.
Durch Hormonschwankungen verändert sich auch die Art und Weise, wie das Gehirn Energie verwertet. Es muss sich von der Menge an Sexualhormonen „entwöhnen“. Ihr Gehirn passt sich an und strukturiert sich neu, doch dieser Prozess benötigt Zeit und kann Beschwerden hervorrufen. Dieser Vorgang verläuft bei jeder Frau unterschiedlich.
Forschungen deuten darauf hin, dass die Wechseljahre mit Veränderungen in bestimmten Gehirnregionen einhergehen können, die unter anderem für das Gedächtnis und andere kognitive Funktionen verantwortlich sind. Einige Beispiele für Beschwerden, die Frauen in den Wechseljahren erleben können:
Der Rückgang der Östrogene kann (indirekt) zu einer Insulinresistenz und einem erhöhten Blutzuckerspiegel führen. Dadurch fällt es Ihren Zellen schwerer, zwischen Energiequellen zu wechseln: von Glukose zu Ketonen (einem Stoffwechselprodukt von Fett). Mit einer fettreicheren Ernährung können Sie Ihren Körper möglicherweise dazu anregen, diesen Wechsel vorzunehmen. Ihr Gehirn nutzt hauptsächlich Glukose als Energiequelle, kann jedoch auch Ketone verwerten. Diese Phase erkennen Sie unter anderem an:
Glücklicherweise können Sie selbst viel dazu beitragen, Beschwerden zu lindern oder zu verringern.
Es gibt einige Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Beschwerden zu lindern. Suzanne gibt hier einige Tipps zu Ernährung und Lebensstil.
Gesunde Ernährung
Viele verarbeitete Lebensmittel sind nicht förderlich für einen gesunden Lebensstil und können sich negativ auf Ihre allgemeine Gesundheit auswirken. Unverarbeitete, natürliche Lebensmittel mit gesunden Fetten können hingegen das Gedächtnis und die kognitiven Fähigkeiten verbessern. Gute Entscheidungen umfassen unter anderem:
Intermittierendes Fasten kann möglicherweise dazu beitragen, den Körper dazu zu bringen, Fette als Energiequelle zu nutzen. Wenn sich Ihr Körper daran gewöhnt hat, könnten sich Ihre Gehirnfunktionen möglicherweise schneller anpassen. Allerdings wird dies noch erforscht, und es ist bislang nicht vollständig geklärt, ob Wechseljahresbeschwerden oder Veränderungen der Gehirnfunktion durch intermittierendes Fasten reduziert werden können.
Wie verbessern Sie Ihren Schlaf?
Schlechter Schlaf kann zu Stimmungsschwankungen und sogar Depressionen führen. Eine gute Schlafhygiene kann das Risiko solcher Beschwerden verringern. Die folgenden Tipps können hilfreich sein:
Halten Sie eine feste Schlafroutine ein. Gehen Sie jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett und stehen Sie zur gleichen Zeit auf, auch am Wochenende.
Regelmäßige Bewegung bei Wechseljahresbeschwerden
Bewegung kann Gehirnregionen stimulieren, die für Gedächtnis und Informationsverarbeitung zuständig sind. Frauen in den Wechseljahren wird empfohlen, mindestens 30 Minuten moderate Bewegung pro Tag an 5 Tagen pro Woche auszuüben. Eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining erhöht die Wahrscheinlichkeit gesundheitlicher Vorteile. Welche Bewegungsarten sind hilfreich?
Wenn die oben genannten Tipps nicht ausreichend wirken, können verschiedene Behandlungsansätze in Betracht gezogen werden. Ergänzungen wie Magnesium können dabei hilfreich sein. Diese können zu einer verbesserten Insulinempfindlichkeit und Schlafqualität beitragen.
Eine Hormontherapie kann für einige Frauen eine geeignete Behandlungsoption darstellen. Sie unterstützt den Ausgleich von Hormonschwankungen und -mängeln. Dadurch wird das Gehirn weniger stark belastet und kann sich schrittweise an die neue Situation anpassen. Sind Sie unsicher, welche Vorgehensweise zu Ihren Beschwerden passt? Eine Erstberatung kann Ihnen dabei helfen, mehr Klarheit zu gewinnen.
Füllen Sie einen Online-Fragebogen aus und erhalten Sie von einer Ärztin oder einem Arzt eine persönlicher Behandlungsplan, die auf Ihre persönliche Situation, Ihre Präferenzen und Ihren Gesundheitszustand abgestimmt ist.