Es fühlte sich an, als würde ein lautloser Mörder durch mein Leben schleichen. Meine Energie verschwand langsam, und ich fühlte mich immer schlechter.
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Jorinde (52) ist zahnmedizinische Fachangestellte, verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Als sie Anfang fünfzig war, ging sie davon aus, dass die Wechseljahre vor allem Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen mit sich bringen würden. Doch nach und nach verschwand ihre Energie, bis selbst alltägliche Aufgaben zur Herausforderung wurden. Erst später stellte sich heraus, dass ein niedriger Eisenspiegel ihren Körper über Jahre hinweg ausgelaugt hatte.
Erschöpfung, die nicht zu ihr passte
Die Müdigkeit begann schleichend. Es war keine gewöhnliche Erschöpfung nach einem langen Tag, sondern eine bleierne Müdigkeit, die auch nach einer erholsamen Nacht nicht verschwand. „Treppensteigen? Erschöpfend. Einkaufen? Eine Qual. Mit dem Hund spazieren gehen? Es fühlte sich an, als würde ich einen Marathon laufen.“
Jorinde versuchte, sich durch Nickerchen und Pausen zu erholen, doch das brachte kaum Besserung. Ihr Partner riet ihr immer wieder, sich mehr zu schonen. „Aber ich war doch gar nicht so beschäftigt! Und ehrlich gesagt, ich war doch keine alte Frau.“
Das machte die Situation umso rätselhafter. Jorinde hatte immer viel Sport getrieben und auf eine gesunde Lebensweise geachtet. Sie sah sich selbst als vitale Frau. „Ich verstehe, dass nicht jeder in diesem Alter gleich fit ist, aber ich fühlte mich wirklich in dieser Kategorie. Deshalb verstand ich nicht, warum ich plötzlich so wenig leisten konnte.“
Ich dachte immer: Das passt nicht zu mir. Ich lebe gesund, treibe Sport, ich bin keine alte Frau. Warum fühlt sich mein Körper dann so leer an?
Starke Menstruationen in der Perimenopause
Als Jorinde in die Perimenopause kam, erwartete sie, dass ihre Menstruationen schwächer werden würden. Doch bei ihr geschah das Gegenteil: Sie wurden stärker, dauerten länger und waren schmerzhafter. „Manchmal hatte ich so starken Blutverlust, dass ich tagelang erschöpft war.“
Rückblickend erkennt sie, dass diese starken Menstruationen wesentlich zu ihrem Eisenmangel beigetragen haben. Zu der Zeit war ihr das jedoch nicht bewusst. „Ich dachte, das gehört einfach zu den Wechseljahren, aber es fühlte sich nicht normal an. Mein Körper war ständig ausgelaugt, und ich hatte immer größere Schwierigkeiten, meinen Alltag zu bewältigen.“
Das frustriert sie noch heute. „Als ich später hörte, dass das meinen Eisenmangel erklären könnte, dachte ich: Hätte ich das früher gewusst, hätte ich früher handeln können. Aber ja, das ist im Nachhinein.“
Nebel im Kopf, Haarausfall und unruhige Beine
Neben der Erschöpfung ließ auch ihre Konzentrationsfähigkeit nach. Jorinde vergaß Wörter, konnte einfache Rechenaufgaben nicht mehr lösen und fühlte sich, als würde ein Nebel in ihrem Kopf hängen.
Ein Moment an der Tankstelle ist ihr besonders in Erinnerung geblieben. „Ich stand dort und wusste plötzlich meine PIN nicht mehr. Da möchte man wirklich vor Scham im Boden versinken.“
Auch ihr Körper veränderte sich. Ihr Haar wurde dünner, ihre Nägel brüchig, und ihre Haut war trocken und juckte manchmal. Nachts litt sie unter unruhigen Beinen, was ihren Schlaf zusätzlich beeinträchtigte, besonders in Kombination mit den Hitzewallungen. „Alle sagten: Das gehört zu den Wechseljahren. Aber tief im Inneren wusste ich, dass da mehr war.“
Da stehst du an der Tankstelle und weißt plötzlich deine PIN nicht mehr. Ich hätte vor Scham im Boden versinken können.
Blutuntersuchung ohne klare Erklärung
Jorinde suchte ihren Hausarzt auf, der zahlreiche Blutwerte bestimmen ließ. „Ich dachte: Jetzt kommt wirklich etwas heraus, und dann können wir es lösen.“ Doch laut dem Arzt waren alle Werte im Normbereich.
Enttäuscht ging sie nach Hause, vor allem weil sie so sehr auf eine Lösung gehofft hatte. „Man geht dorthin, weil man spürt, dass etwas nicht stimmt. Wenn dann nichts herauskommt, fühlt man sich fast noch machtloser.“
Die Erschöpfung blieb. Es ruhiger angehen zu lassen, half nicht. Besser zu planen, half nicht. Weniger Termine zu machen, brachte auch keine ausreichende Besserung. „Ich spürte einfach: Das ist nicht nur Stress oder das Alter. Meinem Körper fehlte etwas.“
Ein Podcast über Ferritin, der alles veränderte
Die Wende kam unerwartet. Ihre beste Freundin erzählte ihr von einem Podcast, in dem ein Arzt über Eisenmangel bei Frauen sprach. „Sie sagte: Das klingt genau nach dir.“
Zunächst war Jorinde skeptisch. „Ich weiß noch, dass ich dachte: Das hätte mein Hausarzt doch auch wissen müssen?“ Trotzdem hörte sie sich die Folge noch am selben Abend an. Im Podcast erfuhr sie, dass bei Müdigkeit oft nur der Hb-Wert überprüft wird, während Ferritin zeigt, wie viel Eisen im Körper gespeichert ist.
Das berührte sie. „Selbst wenn dein Hb noch normal ist, kannst du trotzdem einen Mangel haben. Und wenn dein Körper lange damit lebt, gewöhnt er sich daran. Dann fühlst du dich einfach müde, obwohl du eigentlich viel besser funktionieren könntest.“
Jorinde bekam Gänsehaut. „Das war genau das, was ich hatte.“
Ich dachte zuerst: Das hätte mein Hausarzt doch auch wissen müssen? Aber als ich zuhörte, bekam ich Gänsehaut. Das ging um mich.
Der Ferritin-Test brachte endlich Klarheit
Am nächsten Tag kontaktierte Jorinde erneut ihren Hausarzt und bat darum, ihren Ferritinwert bestimmen zu lassen. „Mein Hb war vorher gut, deshalb wurde vielleicht nicht sofort daran gedacht. Aber ich wollte es trotzdem sicher wissen.“ Der Arzt war einverstanden, und der Test wurde durchgeführt. Das Ergebnis zeigte, dass ihr Ferritinwert deutlich zu niedrig war.
Das brachte Erleichterung und Wut zugleich. „Endlich gab es Klarheit. Aber ich dachte auch: Warum hat das niemand früher bemerkt?“
Plötzlich ergab alles einen Sinn: die starken Menstruationen, die Erschöpfung, die Konzentrationsprobleme, der Haarausfall und der Nebel im Kopf. „Erst als ich das wusste, verstand ich, warum es mir so schlecht ging. Es war also nicht nur die Wechseljahre oder Stress. Da war wirklich etwas im Spiel.“
Eisen auffüllen und langsam wieder Energie gewinnen
Der Hausarzt verschrieb ihr Eisentabletten. Anfangs war Jorinde skeptisch, da sie schon so vieles ausprobiert hatte. „Aber das fühlte sich doch anders an.“
Nach und nach bemerkte sie kleine Verbesserungen. Ihre Atmung wurde besser, ihr Kopf klarer und ihre Energie kehrte zurück. Es dauerte jedoch einige Wochen, bis sie einen deutlichen Unterschied spürte. „Aber es passierte endlich etwas.“
Nach einigen Monaten fühlte sie sich deutlich stärker. Sie konnte wieder mit ihrer Enkelin spielen, ohne danach völlig erschöpft zu sein. Ihre Nägel und Haare wurden kräftiger, und ihr Kopf fühlte sich klarer an. Auch hatten die starken Menstruationen weniger Einfluss auf ihr Wohlbefinden. „Ich hatte einfach mehr Reserven. So schön.“
Ich konnte wieder mit meiner Enkelin spielen, ohne danach völlig ausgelaugt zu sein. Das fühlte sich an, als hätte ich ein Stück von mir selbst zurückbekommen.
Eisenmangel in den Wechseljahren besser erkennen
Inzwischen ist Jorinde in den Wechseljahren, und die starken, schmerzhaften Menstruationen gehören der Vergangenheit an. Das hat ihr viel Erleichterung gebracht. Sie nimmt noch zweimal pro Woche Eisen ein, und ihre Werte bleiben stabil. „Das ist auch viel angenehmer für meinen Darm, denn von täglichem Eisen bekam ich ziemlich starke Verstopfung.“
Sie wünscht sich, dass Eisenmangel bei Frauen, insbesondere in den Wechseljahren und der Perimenopause, mehr Aufmerksamkeit erhält. Dennoch findet sie, dass Beschwerden zu schnell pauschalisiert werden. „Natürlich können die Wechseljahre viel bewirken. Aber das bedeutet nicht, dass alles, was man fühlt, einfach dazugehört.“
Ihr Rat an andere Frauen ist klar: Bleibt hartnäckig, wenn ihr spürt, dass etwas nicht stimmt. Besonders bei starken Menstruationen, extremer Müdigkeit, Haarausfall, unruhigen Beinen oder einem nebligen Kopf. „Fragt nach Ferritin. Nicht, weil das immer die Ursache ist, sondern weil ihr es wissen wollt.“
Vielleicht erkennst du einige Beschwerden aus dieser Geschichte. Fragst du dich, ob du auch in den Wechseljahren bist? Der Menopausentest kann dir helfen, mehr Klarheit zu bekommen.



