Was mich an Frauen wie Sara oft berührt, ist, dass sie sehr lange weitergemacht haben. Erst wenn es wirklich nicht mehr möglich ist, entsteht Raum, innezuhalten und darauf zu achten, was ihr Körper die ganze Zeit über zu vermitteln versucht hat.
Ich erinnere mich noch gut daran, als Sara Kontakt zu mir aufnahm, um einen Termin für ein Erstgespräch zu vereinbaren. Sie berichtete, dass sie bereits seit einiger Zeit das Gefühl habe, sich selbst verloren zu haben, und dass sie stark unter Hitzewallungen und nächtlichem Schwitzen leide. Ihre Stimmung war belastet, was sich auch auf ihr Umfeld auswirkte. Sie machte deutlich, dass es so nicht weitergehen könne.
Bei unserem ersten Termin kam sie gehetzt herein. Sie war im Stau stecken geblieben, nachdem sie eine Besprechung früher verlassen hatte, um pünktlich zu sein. Ich spürte sofort, wie angespannt sie war. Sie stand noch völlig unter Strom. Erst als sie ihren Mantel ausgezogen, ihr Handy auf lautlos gestellt hatte und mit einer warmen Tasse Tee saß, begann sie, ihre Geschichte zu erzählen.
Seit etwa drei Jahren bemerkte sie, dass sich etwas veränderte. Die Hitzewallungen wurden intensiver, die Nächte unruhiger, und tagsüber fühlte sie sich weniger konzentriert. Nicht gerade ideal, denn als Maklerin musste sie ständig präsent sein und den Überblick behalten. Sie erzählte, dass sie immer häufiger Fehler mache, obwohl sie eigentlich jemand sei, der es gewohnt war, alles unter Kontrolle zu haben. Früher schien sie sogar besser zu funktionieren, je größer der Druck wurde. Sie trug viel Verantwortung und war diejenige, auf die sich andere verließen. Jetzt sehne sie sich manchmal danach, sich unter ihrer Bettdecke zu verstecken und einfach nichts mehr tun zu müssen. Das mache sie unsicher und ängstlich. Sie erkenne sich selbst nicht wieder.
Irgendwann sagte sie, mit Tränen in den Augen, dass sie das Gefühl habe, diese blöden Hormone würden ihr Leben ruinieren.



