Ich möchte eine Ursache. Mein Körper gibt mir eine Krimskramschublade.
Inhaltsverzeichnis
Liegt meine Müdigkeit an einem Vitamin-D-Mangel oder sind es doch die Wechseljahre? Ich wünsche mir vor allem eine klare Antwort. Etwas Konkretes. Etwas, womit ich etwas anfangen kann. Das ist doch wohl nicht zu viel verlangt.
Vitamin-D-Mangel, Stress oder Wechseljahre?
Ich bin unglaublich müde. Nicht so, wie nach einer anstrengenden Woche, nach der man früh ins Bett geht und am nächsten Morgen weitermachen kann. Sondern eher so, als hätte jemand den Stecker gezogen und vergessen, ihn wieder einzustecken.
Wir haben ein neues Haus, meine Arbeitstage verlaufen wie gewohnt, und jede freie Minute verbringe ich mit Werkeln oder Streichen. Arbeit, Familie, Renovierung. Mein Kopf schaltet zudem nicht immer automatisch in den Energiesparmodus. Kein Wunder, dass ich müde bin, denke ich. Da müssen doch nicht gleich die Wechseljahre eine Rolle spielen, oder?
Auch die Schmerzen schreibe ich diesem Umstand zu. Meine Schulter erholt sich vom Streichen nicht richtig, und in meinem Rücken sitzt ein Knoten, der bis in meine Hand ausstrahlt. Die Schmerzen in meiner rechten Hüfte sind anfangs noch zu ignorieren, werden aber allmählich schlimmer. Zu viel körperliche Arbeit, zu wenig Ruhe, denke ich.
Hinzu kommen schlechter Schlaf, Reizbarkeit und eine Erkältung nach der anderen. Bis ich irgendwann denke: Vielleicht ist das doch mehr als nur viel Stress.
Also gehe ich zu meiner Hausärztin.
Mein Vitamin-D-Wert ist niedrig
Bei der Hausärztin schildere ich meine etwas vage Geschichte. Müdigkeit, Schmerzen, häufige Erkältungen, schnelle Reizbarkeit und das Gefühl, mich einfach nicht richtig wohl in meiner Haut zu fühlen. Ich finde selbst, dass das nicht besonders überzeugend klingt.
Auch die Hausärztin denkt an den Umzug und den Stress. Neue Umgebung, ein anderer Rhythmus, viel im Kopf. Ehrlich gesagt erscheint mir das immer noch sehr plausibel. Trotzdem lässt sie vorsichtshalber Blut abnehmen.
Das Einzige, was dabei herauskommt, ist ein Vitamin-D-Mangel. Nicht alarmierend niedrig nach den Referenzwerten, aber niedrig genug, um etwas dagegen zu unternehmen. Und seltsamerweise bin ich darüber fast froh. Es ist etwas Konkretes, womit ich etwas anfangen kann.
Nur stellt sich heraus, dass das Auffüllen keine Angelegenheit von ein paar Tagen ist. Meine Energie kehrt nicht sofort zurück. Am nächsten Morgen steckt der Stecker wirklich nicht plötzlich wieder in der Steckdose, und davon, voller Energie aus dem Bett zu springen, um noch acht Wände zu streichen, kann keine Rede sein. Schade.
War Vitamin D dann die Ursache?
Ich brauche einen langen Atem. Und genau daran mangelt es mir in diesem Moment. An manchen Tagen habe ich etwas mehr Energie. An anderen Tagen denke ich: Na toll, wir sind wieder ganz am Anfang.
Meine Stimmungsschwankungen und Heulanfälle verschwinden auch nicht plötzlich. Mein Partner und mein Sohn machen manchmal noch immer lieber einen kleinen Bogen um mich.
Trotzdem merke ich mit der Zeit einen Unterschied. Ich habe mehr Energie, werde seltener krank, und die Schmerzen in meiner Hüfte und Schulter nehmen ab. Also war es das dann? Das wäre schön übersichtlich. Nur weiß ich immer noch nicht, ob Vitamin D die ganze Erklärung ist.
Ich fühle mich besser, wenn mein Vitamin-D-Wert steigt. Damit weiß ich aber noch nicht, woher meine Beschwerden genau kommen. Es gibt mehrere mögliche Erklärungen. Irgendwo im Hinterkopf spielt inzwischen auch der Gedanke an die Wechseljahre mit. Ich bin erst 39, und meine Mutter war Anfang vierzig schon in den Wechseljahren. Auch sie bemerkte früh Veränderungen, wusste damals aber noch wenig über die Wechseljahre. Im Nachhinein sagt sie: „Wenn man mir damals mehr zugehört hätte, hätte ich mich weniger unsicher gefühlt.“
Vielleicht spielt einfach alles ein bisschen mit hinein.
Vielleicht ist es nicht entweder oder
Das finde ich immer noch am schwierigsten an solchen Beschwerden. Man möchte wissen, woher sie kommen, um zu wissen, was zu tun ist. Ist es Stress? Schlaf? Ein Mangel? Die Wechseljahre? Einfach zu viel auf einmal? Oder stellt man sich nur an?
Letzteres schießt mir übrigens viel zu schnell durch den Kopf. Obwohl ich das bei jemand anderem nie sagen würde.
Vitamin D aufzufüllen hilft mir. Das kann ich schon sagen. Meine Erfahrung ist kein Beweis dafür, dass all meine Beschwerden von diesem Mangel kommen. Vielleicht möchte ich einfach zu gern nur eine Erklärung, weil mehrere Dinge gleichzeitig einfach unpraktisch sind.
Was ich inzwischen wohl weiß: Ich fühle mich nicht gut. Und ich muss nicht erst wissen, ob das an Vitamin D, Stress oder den Wechseljahren liegt, um das ernst nehmen zu dürfen.
Über Anneloes
Anneloes ist 39 Jahre alt und schreibt für SeeMe-nopause über Frauen, Gesundheit und die Wechseljahre, so wie sie sich im echten Leben zeigen: manchmal deutlich, manchmal verwirrend und manchmal erst im Nachhinein erkennbar. Sie arbeitet mit Sprache, Gesundheit und Frauengeschichten, schreibt auch Bücher, lebt mit ihrer Frau und ihrem Sohn zusammen und hat entdeckt, dass man selbst dann, wenn man dem Thema sehr nahesteht, die eigenen Signale übersehen kann.
Herken jij jezelf in Anneloes' verhaal?
Es kann verwirrend sein, wenn Sie bemerken, dass sich etwas verändert, während Sie noch nicht genau wissen, was vor sich geht. Besonders dann, wenn Sie sich noch zu jung für die Wechseljahre fühlen, weiterhin menstruieren oder zunächst an Stress, Schlafmangel, Nährstoffmängel oder Belastung denken.
Bei SeeMe-nopause können Sie herausfinden, ob Ihre Beschwerden mit den Wechseljahren in Zusammenhang stehen könnten. Im Rahmen des Erstgesprächs betrachten die kooperierenden Gynäkologen und Spezialisten gemeinsam mit Ihnen Ihre Situation und bieten Ihnen eine Beratung, die auf Ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist.
Lernen Sie, Ihre Wechseljahresbeschwerden zu verstehen, und entdecken Sie, was Sie tun können
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