Bei Bea wurde deutlich, wie groß der Einfluss dieser Unvorhersehbarkeit war. Nicht nur die Migräne selbst, sondern auch die Anspannung darüber, wann der nächste Anfall kommen würde, bestimmte zunehmend ihre Tage.
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Als Hormontherapeutin spricht Suzanne täglich mit Frauen, die feststellen, dass die Wechseljahre zunehmend ihren Schlaf, ihre Stimmung, ihre Energie und ihr tägliches Funktionieren beeinflussen. In dieser Rubrik teilt sie anonymisierte Geschichten aus ihrer Praxis, um Frauen Wiedererkennung zu bieten, aufzuzeigen, welche Faktoren eine Rolle spielen können, und praktische Ansätze zu geben, um selbst weiterzudenken.
Die Geschichte von Bea
Bea, so nenne ich sie hier, kam an einem Mittwochnachmittag zu mir in die Sprechstunde. Sie war 48 Jahre alt und erzählte während des Einführungsgesprächs, dass sie normalerweise mittwochnachmittags auf ihre Enkelkinder im Alter von 6 und 8 Jahren aufpasst. Das macht sie gerne. Es ist auch ihr einziger freier Tag. Für diesen Termin musste sie also etwas anderes organisieren, was ihr schwerfiel.
„Ich bin immer für die Kleinen da“, sagte sie. Dennoch saß sie an diesem Nachmittag bei mir. Es gab etwas, das immer dringlicher wurde: ihre Migräne. Wenn eine neue Klientin kommt, finde ich es wichtig, zunächst ein wenig kennenzulernen. Nicht sofort in die ausgefüllte Anamnese einzutauchen, sondern erst einmal zu hören, wer die Person ist und wie ihr Alltag aussieht. Bei Bea wurde schnell klar, wie sehr die Migräne ihr Leben beeinflusste.
Die Anfälle traten häufiger auf und waren vor allem unvorhersehbar. Manchmal ein paar Mal im Monat, manchmal wöchentlich. Während eines solchen Anfalls musste sie sich vollständig zurückziehen. Licht, Geräusche und Reize wurden zu viel. Sie beschrieb es als „kurz aus dem Leben fallen“.
Am meisten belastete sie die Auswirkungen auf ihr Funktionieren. Bei der Arbeit musste sie manchmal absagen oder mit Medikamenten weitermachen. Zu Hause fühlte sie sich schuldig, weil sie für ihren Mann weniger verfügbar war. „Ich bin da“, sagte sie, „aber eigentlich auch nicht.“
Diese Unvorhersehbarkeit verursachte ständige Anspannung. Bea wusste nie, wann der nächste Anfall kommen würde. Dadurch drehte sich ihr Leben nicht nur um die Migräne selbst, sondern auch um die Angst davor.
Im Gespräch kam auch heraus, dass sie schon seit längerer Zeit unter starken Menstruationsblutungen litt. Rund um ihren Zyklus bemerkte sie oft, dass ihre Beschwerden schlimmer wurden: mehr Kopfschmerzen, mehr Müdigkeit und eine größere Empfindlichkeit gegenüber Reizen. Sie hatte dies immer als etwas angesehen, das einfach dazugehört, aber das Muster schien tatsächlich mit ihrer Migräne zusammenzuhängen.
Ansonsten hatte sie kaum klare gesundheitliche Beschwerden. Das machte es für sie umso verwirrender. Wie konnte etwas so Heftiges auftreten, während der Rest ihrer Gesundheit relativ stabil schien?
Was lag ihren Beschwerden zugrunde?
Bei Bea haben wir nicht nur die Migräne selbst betrachtet. Wir haben breiter geschaut: auf ihren Zyklus, ihre Ernährung, ihre Verdauung, ihre Belastung, ihren Schlaf und ihre Erholung.
Dabei traten zwei Faktoren hervor, die gut zu ihrer Geschichte passten: Histaminbelastung und hormonelle Schwankungen. Auch ihre Verdauung schien nicht optimal zu funktionieren.
Histamin ist ein körpereigener Stoff, der unter anderem Einfluss auf die Blutgefäße und das Nervensystem hat. Bei einer Empfindlichkeit gegenüber Histamin kann dies zu Kopfschmerzen, migräneartigen Beschwerden und Reizempfindlichkeit beitragen.
Auch die Wechseljahre können eine Rolle spielen. In der Perimenopause schwanken Östrogen und Progesteron. Bei einem relativ hohen Östrogenspiegel im Verhältnis zu Progesteron kann der Abbau von Histamin weniger reibungslos verlaufen.
Das bedeutet nicht, dass Histamin die Ursache für Beas Migräne war. Es bot jedoch einen logischen Ansatzpunkt. Ihre Beschwerden wurden rund um hormonelle Phasen schlimmer, sie war empfindlich gegenüber Reizen, und ihr Körper schien sich nach stressigen Phasen schlechter zu erholen.
Welche Faktoren verschlimmerten ihre Beschwerden?
Bei Bea spielte vor allem die Kombination aus Zyklus, Arbeitsbelastung und zu wenig Erholung eine Rolle. Sie arbeitete als Lehrerin. Das bedeutete viel Umschalten, viele Reize und den ganzen Tag „auf Empfang“ sein. Und wenn die Schultür geschlossen war, war die Arbeit oft noch nicht erledigt. Abends warteten noch Aufgaben.
Auch ihre Menstruationen forderten ihren Körper stark. An diesen Tagen war sie empfindlicher gegenüber Licht, Geräuschen und Hektik. Sie bekam schneller Kopfschmerzen und fühlte sich erschöpfter. Dadurch wurde ihre Belastbarkeit geringer, genau in den Momenten, in denen ihr normales Leben weiterging.
Zu Hause wirkte sich das ebenfalls aus. Bea wollte für ihren Mann und ihre Familie da sein, spürte aber, dass sie manchmal nur halb anwesend war, weil ihr Kopf und ihr Körper nicht mitspielten.
Bei Migräne schaue ich nicht nur auf den Anfall. Ich möchte auch wissen, was in den Tagen davor passiert: Schlaf, Ernährung, Zyklus, Stress, Verdauung und Erholung liefern oft wichtige Informationen.
Welche Herangehensweise wählte Bea?
Wir haben Schritt für Schritt gearbeitet. Zunächst, indem wir ihr Migränemuster besser erfasst haben. Wann traten die Anfälle auf? Was geschah rund um ihre Menstruation? Wie schlief sie? Aß sie an stressigen Arbeitstagen regelmäßig genug? Welche Nahrungsmittel oder Situationen schienen die Beschwerden zu verstärken?
Danach haben wir uns mit der Reduzierung der Histaminbelastung beschäftigt. Nicht mit einer strengen Diät, bei der plötzlich alles verboten war, sondern indem wir herausfanden, worauf Bea selbst reagierte. Bei Beschwerden, bei denen Histamin eine Rolle spielen könnte, kann es helfen, vorübergehend bewusster auf Alkohol, stark verarbeitete Produkte, gereifte oder fermentierte Lebensmittel, lange aufbewahrte Reste und andere persönliche Auslöser zu achten.
Auch Regelmäßigkeit wurde wichtig. Bea stellte fest, dass sie an Arbeitstagen manchmal zu lange ohne eine richtige Mahlzeit oder Pause weitermachte. Daher haben wir uns feste Mahlzeiten, ausreichend Eiweiß, genügend Flüssigkeit und kleine Erholungsmomente am Tag angesehen.
Zusätzlich haben wir uns mit Schlaf und Stressregulation beschäftigt. Denn das Gehirn und das Nervensystem können empfindlicher reagieren, wenn die Belastung über längere Zeit hoch ist. Für Bea bedeutete das auch: abends besser Grenzen setzen und ihren freien Mittwoch nicht automatisch komplett verplanen.
Bei Migräne, die sich verändert, häufiger auftritt oder schwerer wird, ist es ratsam, dass ein Arzt mit einbezogen wird. Auch bei Fragen zu Medikamenten, Hormonen oder Ergänzungen ist eine persönliche Beratung wichtig.
Individuelle Menopause-Betreuung, begleitet von Ärztinnen und Ärzten
Füllen Sie einen Online-Fragebogen aus und erhalten Sie von einer Ärztin oder einem Arzt eine persönlicher Behandlungsplan, die auf Ihre persönliche Situation, Ihre Präferenzen und Ihren Gesundheitszustand abgestimmt ist.
Was hat sich für Bea verändert?
Im Laufe der Behandlung bemerkte Bea, dass die Anfälle seltener wurden und weniger heftig ausfielen. Auch die Beschwerden rund um ihre Menstruation wurden milder. Die Migräne war nicht plötzlich verschwunden. Bea blieb empfindlich und musste weiterhin achtsam sein. Aber sie lernte besser zu erkennen, wann ihr Körper anfälliger war und was sie dann tun konnte.
Für Bea war vor allem wichtig, dass sie besser wusste, was sie an Tagen tun konnte, an denen ihr Körper empfindlicher war. Die Wechseljahre bedeuteten für sie bereits, viel Kontrolle loszulassen. Ihr Menstruationsmuster änderte sich, ihre Belastbarkeit war nicht mehr selbstverständlich, und ihr Körper reagierte anders als früher. Jetzt hatte sie wieder ein paar konkrete Stellschrauben: Ernährung, Ruhe, Schlaf, Erholung und besseres Grenzen setzen.
Sie wusste besser, wie sie für ihren Körper sorgen und ihre Hormone unterstützen konnte.
Was möchten wir anderen Frauen mitgeben?
Was wir anderen Frauen mitgeben möchten, ist, dass Migräne in den Wechseljahren nicht isoliert vom Rest des Körpers betrachtet werden muss. Wenn Anfälle häufiger auftreten, sich rund um die Menstruation verschlimmern oder mit Müdigkeit und Reizempfindlichkeit einhergehen, kann es helfen, breiter zu schauen.
Nicht nur: Welche Medikamente helfen während eines Anfalls? Sondern auch: Wie schlafe ich? Wie esse ich an stressigen Tagen? Wie verläuft mein Zyklus? Welche Nahrungsmittel scheinen Einfluss zu haben, und wie viel Ruhe und Erholung gönne ich mir eigentlich?
Bei Bea wurde deutlich, wie stark diese Kombination wirken konnte. Ihre starken Menstruationen, hormonellen Schwankungen, Histaminbelastung, Arbeitsbelastung und mangelnde Erholung machten sie anfälliger für Beschwerden. Das bedeutet nicht, dass es eine einfache Ursache gab. Es zeigte jedoch, dass ihre Migräne mehr Aufmerksamkeit erforderte als nur den Anfall selbst.
Ein praktischer erster Schritt ist, ein paar Wochen lang festzuhalten, wann Beschwerden auftreten. Notieren Sie Ihren Zyklus, Schlaf, Stress, Ernährung, Migräne, Medikamente und Erholungsmomente. Schon ein paar Worte pro Tag können helfen, Muster zu erkennen.
Wenn Sie Muster ernst nehmen, entsteht oft wieder ein Gefühl der Kontrolle. Nicht, weil alles machbar ist, sondern weil Sie besser verstehen, was Ihr Körper braucht.
Erkennen Sie Beschwerden wie in dieser Geschichte?
Diese Praxisgeschichte zeigt, wie Migräne, hormonelle Schwankungen, starke Menstruationen, Reizempfindlichkeit und Belastung miteinander zusammenhängen können. Der Ansatz unterscheidet sich von Frau zu Frau. Was Bea geholfen hat, muss nicht eins zu eins für jemand anderen gelten.
Wenn Sie selbst weiter schauen möchten, können Sie bei SeeMe-nopause mit der Beschwerde beginnen, die Sie am meisten wiedererkennen, zum Beispiel Kopfschmerzen, Schlafprobleme, Müdigkeit oder Reizbarkeit. Außerdem können Sie mehr über Ernährung und Lebensstil in den Wechseljahren lesen, mit praktischen Tipps zu Regelmäßigkeit, Erholung und täglichen Gewohnheiten.
Wenn Sie außerdem wissen möchten, welche Behandlung, Medikamente oder Ergänzungen geeignet sein könnten, kann ein Arzt Sie unterstützen. Bei einer Erstberatung erhalten Sie auch den kostenlosen Ernährungs- und Lebensstil-Leitfaden mit praktischen Tipps zu verschiedenen Beschwerdegruppen.
Quellen und medizinischer Kontext
Dieser Artikel basiert auf Praxiserfahrungen einer Spezialistin. Um die Privatsphäre der Patientin zu schützen, wurden Name und erkennbare Details geändert. Die Informationen in diesem Artikel dienen der Bildung und ersetzen keine persönliche medizinische Beratung.



