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Disa (52): „Die Wechseljahre? Dieses Wort kam in meiner Familie oder meinem Umfeld nie vor.“

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Redaktion SeeMe-nopause
Autor:Redaktion SeeMe-nopause
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Inhaltsverzeichnis

Disa (52) ist verheiratet und kümmert sich um ihre vier Kinder. Sie lebt seit zwanzig Jahren in den Niederlanden. In ihrer Familie wird wenig über den Körper oder das Älterwerden gesprochen. Auch nicht über die Wechseljahre. Dieses Thema existierte schlichtweg nicht. Bis ihr Körper anfing, sich zu verändern.

Zuerst dachte ich, ich wäre krank. Dann dachte ich, ich hätte ein Burn-out. Ich fragte mich, ob ich mich selbst verliere.

Hitzewallungen, Nachtschweiß und Reizbarkeit

In ihrer Familie und ihrem Umfeld gibt es Themen, über die man nicht spricht. Selbst nicht mit ihrem Partner oder ihrer Mutter. „Nicht, weil es verboten ist, aber es liegt in der Luft. Man lernt von selbst, was man besser für sich behält.“ So war es für Disa schon immer. Man spricht nicht über die Menstruation und schon gar nicht darüber, was passiert, wenn man älter wird.

Vor ungefähr drei Jahren bemerkte Disa ihre ersten Beschwerden. Sie dachte noch nicht sofort an die Wechseljahre. Zuerst kamen die Hitzewallungen. „Als ob jemand von innen einen Ofen anschalten würde.“ Sie dachte, sie wäre krank. Danach begann der Nachtschweiß. Sie wälzte sich stundenlang im Bett und war tagsüber kaum leistungsfähig. Dann dachte sie an ein Burn-out. Danach wurde sie plötzlich emotional oder wütend. Sie fragte sich, ob sie sich selbst verlor. „Ich schämte mich. Mein Kopf war nicht mehr so leistungsfähig wie früher. Alles war mir zu viel. Ich vergaß Dinge. Mein Körper veränderte sich, aber auch mein Selbstvertrauen.“

Ich habe lange versucht, es zu verbergen. Denn in meinem Umfeld gibt es wenig Raum für diese Art von Verletzlichkeit.

„In meinem Umfeld wurde nicht darüber gesprochen“

Ihr Umfeld erwartete von ihr, dass sie sich kümmert, die Lasten trägt, stark ist und nicht klagt. Immer nur weitermachen. „Ich hatte immer das Gefühl, dass der Wert einer Frau mit ihrer Fruchtbarkeit und Fürsorglichkeit verbunden ist. Die Wechseljahre? Das bedeutete das Ende dieser Dinge.“ Sie fühlte sich ausgeschlossen. Ihr Mann bemerkte, dass sie anders wurde, aber verstand es nicht. Er fragte, warum sie so reizbar war, so oft weinte. Die Antwort konnte Disa auch nicht geben. Sie wusste es selbst nicht so genau. Ihre Mutter sagte ihr, sie solle öfter nach draußen gehen, um frische Luft zu schnappen und ‚auf andere Gedanken zu kommen‘. Eine Freundin sagte, dass jeder viel zu tun habe. Sie müsse einfach stark bleiben.

Der erste Schritt ist getan

Schließlich kam sie nicht mehr aus dem Bett. Sie war nicht krank, aber es ging einfach nicht. Alles in ihrem Körper sagte: Stopp. Das war der Moment, in dem sie widerwillig zum Hausarzt ging. Nachdem sie dem Hausarzt ihre Geschichte erzählt hatte, sagte dieser ruhig: „Es klingt, als ob Sie in den Wechseljahren sind.“ „Als ob eine Last von mir abgefallen wäre.“ Endlich Anerkennung und Stolz, dass sie den Schritt gewagt hatte, Hilfe zu suchen. Trotzdem wollte sie es zuerst leugnen. Nicht, weil sie dem Hausarzt nicht glaubte, sondern weil sie Angst davor hatte, was es bedeutete. Disa hatte eine Vorstellung davon: alt, ausrangiert, nicht mehr weiblich, nutzlos.

Reden hat geholfen

Der Hausarzt riet ihr, einen Spezialisten aufzusuchen. Sie bekam Broschüren mit, versteckte diese aber zu Hause. Was, wenn ihr Mann sie sähe, oder ihre Kinder? Trotzdem ging sie zum Hormontherapeuten. „Und dort hörte ich zum ersten Mal in meinem Leben, dass das, was ich fühlte, vollkommen normal war. Dass Tausende von Frauen genau durch diesen Sturm gehen. Nicht, weil sie schwach oder zu emotional sind, sondern weil ihr Körper sich verändert. Und dass das nichts ist, wofür man sich schämen muss.“ Es fühlte sich wie eine Befreiung an, aber auch schmerzhaft. Sie spürte, dass sie sich selbst jahrelang Unrecht getan hatte. Aber das Reden half. Sie bekam praktische Ratschläge und lernte, Grenzen zu setzen. Sie begann zu wandern, zu schreiben und Atemübungen zu machen. Kleine Dinge, die den Unterschied machten.

Wie geht es jetzt?

Disa suchte erneut das Gespräch mit ihrem Mann. Zuerst gab es Unbehagen, Unverständnis und Schweigen. „Ich erzählte ehrlich, was ich fühlte. Er verstand vielleicht nicht alles, aber er hörte zu.“ Sie hat in ihrem Umfeld Grenzen gesetzt. Sie erzählt nicht jedem, was los ist, schweigt aber auch nicht mehr, wenn jemand eine Bemerkung macht. „Manchmal herrscht dann Stille, aber das ist in Ordnung.“ Es geht Disa besser als zuvor. Sie hat ihre neue Lebensphase akzeptiert. Sie lernt, damit umzugehen, vor allem mit den Wechseljahren und der Reaktion ihres Umfelds. Das kostet Zeit, aber sie hat Verständnis für ihren Körper und ist selbstsicherer.

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