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Michaela (58): über Hitzewallungen, Emotionen und die Suche nach Balance

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Redaktion SeeMe-nopause
Autor:Redaktion SeeMe-nopause
Woman with gray hair in a ponytail wearing an orange gradient blouse, standing in a sunlit garden near a brick wall and potted plants

Inhaltsverzeichnis

Michaela arbeitet als Managementassistentin in einem Polymerunternehmen und ist verheiratet. Ihr Sohn (27) und ihre Stieftochter (22) sind bereits ausgezogen. Jahrelang hatte sie mit diffusen Beschwerden zu kämpfen, ohne zu wissen, dass die Wechseljahre die Ursache waren. Inzwischen betrachtet sie ihren Körper mit mehr Verständnis und möchte andere Frauen ermutigen, ihre Beschwerden ernst zu nehmen, ohne dabei sich selbst aus den Augen zu verlieren.

Manchmal muss man die Dinge einfach akzeptieren, wie sie sind, so schwer das auch fällt.

Es begann mit Hitzewallungen und emotionalen Höhen und Tiefen

„Rückblickend hat es wahrscheinlich schon mit 45 angefangen“, erzählt Michaela. „Aber in dem Moment merkt man das noch nicht. Meine Periode war schon immer unregelmäßig, daher fiel mir das nicht auf. Als ich plötzlich in den unpassendsten Momenten Hitzewallungen bekam, schlechter schlief und immer emotionaler wurde, ging mir langsam ein Licht auf.“

Bei der Arbeit bemerkte sie, dass sich ihr Körper veränderte. „Während Besprechungen saß ich da und fächerte mir mit einem Blatt Papier Luft zu. Und sobald ich zu Hause war, zog ich Schicht für Schicht meine Kleidung aus, um Abkühlung zu finden. Ich war schneller gereizt und hatte Stimmungsschwankungen. Mein Enthusiasmus war manchmal einfach weg.“

Sobald ich zu Hause auf der Couch saß, zog ich den Pullover aus, dann das Top... alles, um etwas Abkühlung zu bekommen.

Gehirnnebel und eine kurze Zündschnur: Zeit zu handeln

Vor etwa einem Jahr bemerkte Michaela, dass ihre Konzentration nachließ. „Ich konnte meine Gedanken nicht mehr richtig ordnen. Und zu Hause war ich oft kurz angebunden zu meinem Partner, obwohl ich das gar nicht wollte. Das war der Moment, in dem ich dachte: So kann es nicht weitergehen.“

Sie suchte Hilfe bei ihrem Hausarzt und begann mit einer Hormontherapie: einer Kombination aus Pflastern und Tabletten. „Die Hitzewallungen verschwanden und ich schlief besser. Allerdings traten andere Beschwerden auf: empfindliche Brüste, Kopfschmerzen, Übelkeit. Ich fühlte mich nicht wohl. Nach ein paar Wochen beschloss ich gemeinsam mit meinem Hausarzt, die Therapie abzubrechen, da die Nebenwirkungen für mich zu schwer wogen.“

Offenheit und Nachsicht: Michaelas neuer Ansatz

Michaela möchte zeigen, wie wichtig es ist, über die Wechseljahre zu sprechen. „Wenn ich in einer Besprechung eine Hitzewallung bekomme, nehme ich einfach ein Blatt Papier und fächere mir Luft zu. Warum sollten wir ein Geheimnis daraus machen? Es ist etwas ganz Normales.“

Obwohl die Hormontherapie für sie nicht geeignet war, ist es ihr wichtig, dass Frauen wissen, dass sie Optionen haben. „Was für mich nicht funktioniert hat, kann für jemand anderen genau das Richtige sein. Lassen Sie sich gut informieren und geben Sie sich selbst Zeit, herauszufinden, was zu Ihnen passt.“

Nach dem Absetzen der Hormontherapie sind ihre Beschwerden nicht vollständig verschwunden. „Die Hitzewallungen sind etwas zurückgekommen, aber sie sind weniger intensiv als zuvor. Außerdem kann ich besser damit umgehen, zum Beispiel indem ich Kleidung in Schichten trage und rechtzeitig Pausen einlege. Ich versuche, freundlich zu mir selbst zu sein. Wenn ich mal nicht so gut drauf bin, rufe ich mich selbst zur Ordnung – ohne mich zu verurteilen.“

Michaelas Tipps für andere Frauen

Michaela empfiehlt anderen Frauen, der Hormontherapie bei Beschwerden auf jeden Fall eine Chance zu geben, betont jedoch, wie wichtig es ist, auf mögliche Nebenwirkungen zu achten. Lassen Sie sich von einem Spezialisten gut beraten und sprechen Sie immer über anhaltende oder unangenehme Nebenwirkungen, damit Sie gemeinsam herausfinden können, was am besten zu Ihnen passt.

Sie unterstreicht, wie essenziell es ist, nachsichtig mit sich selbst zu sein; nicht alles muss – oder kann – gelöst werden. Manchmal reicht es schon, die Situation anzuerkennen. Außerdem ermutigt sie dazu, darüber zu sprechen: mit Ihrem (Haus-)Arzt, Ihrem Partner oder Menschen in Ihrem Umfeld. Sie müssen das nicht alleine durchstehen. Schließlich plädiert sie für Neugier, denn was heute nicht funktioniert, kann morgen plötzlich helfen.

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