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Wann kann eine Hormontherapie helfen?
Lesezeit: 7 Minuten
Redaktion SeeMe-nopause
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Neuestes Update: 25-03-2025
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10 häufig gestellte Fragen zur Hormontherapie bei Wechseljahresbeschwerden

Wer unter Wechseljahresbeschwerden leidet, kann eine Hormonersatztherapie in Betracht ziehen. Die Hormontherapie (HRT, im Deutschen auch HET) ist eine zeitlich begrenzte Behandlung, in der die Sexualhormone (Östrogen und Progesteron) vorübergehend ergänzt werden. Sie kann den Hormonspiegel stabilisieren, Schwankungen reduzieren und so helfen, Beschwerden wie Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Scheidentrockenheit zu lindern.  

Wie wirkt eine HRT? Ist sie für jede Frau geeignet? Und was ist sonst noch wichtig zu wissen? Im Folgenden listen wir 10 häufig gestellte Fragen und Antworten zur HRT bei Wechseljahresbeschwerden auf. 

1. Wann kann ich einen Arzt um eine HRT bitten?

Ein gesunder Körper ermöglicht es Ihnen, die Dinge zu tun, die Sie tun möchten, ohne sich dabei unwohl oder gesundheitlich angeschlagen zu fühlen. Es kann sein, dass die Wechseljahre Ihren Körper und Ihre Psyche so sehr beeinträchtigen, dass sie Sie einschränken. Führt eine gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung und Entspannung nicht zur Linderung der Beschwerden? Dann können Sie sich bei einem Arzt nach einer HRT erkundigen. 

Frauen, die eine Hormontherapie anwenden, berichten, dass sie besser schlafen, keine Hitzewallungen mehr haben, Muskeln und Gelenke weniger schmerzen, die Scheidentrockenheit zurückgegangen ist und sie sich wieder energiegeladen fühlen. Mit anderen Worten: Die Hormontherapie trägt dazu bei, dass viele Frauen die Wechseljahre entspannter erleben. 

2. Welche Darreichungsform ist am besten geeignet?

Bei der HRT werden die weiblichen Geschlechtshormone (meistens Östrogen und Progesteron) verabreicht. Die genaue Zusammensetzung dieser Hormone hängt von der Art Ihrer Beschwerden, Ihrer Vorerkrankungen und der Phase der Wechseljahre, in der Sie sich befinden, ab. Es gibt verschiedene Darreichungsformen: 

  • Transdermal (über die Haut): Gele, Salben und Pflaster.  
  • Oral (in Tablettenform): Tabletten und Kapseln. 
  • Vaginal: Cremes und Ovula. 

Welche Darreichungsform für Sie am besten geeignet ist, hängt von Ihrer Situation und Ihren Beschwerden ab. Östrogen kann über die Haut verabreicht werden, um den Magen-Darm-Trakt und die Leber zu umgehen, was bei manchen Frauen die Nebenwirkungen reduzieren kann. Pflaster und Cremes sorgen im Allgemeinen für einen gleichmäßigeren Hormonspiegel als Gele, aber es ist von Frau zu Frau unterschiedlich, wie sie aufgenommen werden. Sie können jederzeit zu einer anderen Darreichungsform wechseln, wenn Ihnen die erste Wahl nicht guttut. 

3. Welche Hormone benötige ich?

Die HRT kombiniert in der Regel die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron. Östrogen (Estradiol) kann die Beschwerden der Wechseljahre lindern. Progesteron (oder die synthetische Form Progestogen) steuert das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut und schützt vor Gebärmutterkrebs.  

Einige Studien deuten darauf hin, dass Progesteron möglicherweise eine Rolle für den Schlaf, die Knochengesundheit und die Stimmung spielt, aber es ist in der HRT für Frauen ohne Gebärmutter normalerweise nicht vorhanden. 

4. Sind bioidentische Hormone besser als synthetische Hormone?

Bioidentische Hormone haben die gleiche molekulare Struktur wie die Hormone in Ihrem Körper, sodass sie im Körper auf ähnliche Weise wirken. Sie haben eine vergleichbare Wirkung und werden auf vergleichbare Weise abgebaut. Synthetische (künstliche) Hormone haben eine andere biochemische Struktur als die Hormone in Ihrem Körper.  

Die HRT kann Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Übelkeit verursachen. Ob und wie viele Nebenwirkungen Sie von der HRT haben, hängt vom Wirkstoff, der Dosierung und davon, wie Sie persönlich darauf reagieren, ab. 

Die Hormontherapie enthält heute oft bioidentisches Östrogen, aber Sie können auch zwischen bioidentischem Progesteron oder synthetischem Progestagen wählen. Das eine ist nicht unbedingt besser als das andere. Die Wahl hängt von Ihrer Situation ab und es gibt keine Möglichkeit vorherzusagen, welche Form bei Ihnen besser wirkt.  

5. Kann jede Frau eine HRT anwenden?

Nein, nicht alle Frauen können eine HRT sicher anwenden. Bei Brustkrebs, hormonell bedingtem Krebs, Blutgerinnseln, Lebererkrankungen, Schlaganfällen, Herzproblemen und abnormalen Vaginalblutungen wird von einer HRT abgeraten.  

Darüber hinaus spielt das Alter eine Rolle. Für Frauen, die über 60 sind oder die vor mehr als zehn Jahren Ihre letzte Periode hatten, ist die HRT also mit mehr Risiken verbunden (ein erhöhtes Risiko für Brust- und Gebärmutterkrebs und ein leicht erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle). Daher überwiegen bei Frauen über 60 oft die Nachteile die positiven Auswirkungen der HRT. 

Ist HRT keine Option für Sie? Dann gibt es alternative (hormonfreie) Medikamente, die Ihrer Symptome lindern oder ganz abklingen lassen können.  

6. Hilft die HRT bei Stimmungsschwankungen?

Ja, die HRT kann Stimmungsschwankungen und innere Unruhe oder düstere Gefühle reduzieren.  

Stimmungsschwankungen werden durch schwankende Hormonspiegel verursacht. Wenn der Östrogenspiegel schwankt, schwankt auch der des Glückshormons Serotonin. Dies kann zu Stimmungsproblemen führen.  

Progesteron hat außerdem eine beruhigende Wirkung. Wenn der Hormonspiegel sinkt, können Sie (plötzlich) innere Unruhe oder düstere Gefühle empfinden.  

Eine HRT kann den Östrogen- und Progesteronspiegel stabilisieren, sodass Ihre Stimmung weniger schwankt und Sie wieder mehr innere Ruhe erleben. In einigen Fällen kann eine zusätzliche Behandlung, wie z.B. eine Psychotherapie oder Antidepressiva, erforderlich sein.  

7. Nehme ich durch die HRT zu?

Wenn Sie in den Wechseljahren zunehmen, wird dies oft auf hormonelle Veränderungen in Ihrem Körper zurückgeführt. Untersuchungen zeigen, dass bis zu 70 Prozent der Frauen in den Wechseljahren zunehmen, im Schnitt ein halbes oder ein ganzes Kilo pro Jahr zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr.  

Die HRT verursacht jedoch selten eine Gewichtszunahme. Trotzdem ist es wichtig, dass Sie sich auch während der Hormonbehandlung gesund ernähren und ausreichend bewegen. Ein gesunder Lebensstil ist immer die Grundlage für einen gesunden Körper. 

Möchten Sie während der Wechseljahre abnehmen? Eine Wechseljahreberaterin erklärt, wie frau ihr Gewicht halten kann. 

8. Schützt die HRT vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

Niedrige Östrogenspiegel erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die HRT kann dieses Risiko bei Frauen in der Perimenopause oder kurz nach der Menopause verringern, aber bei Frauen über 60 kann sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sogar erhöhen. Ihre Familiengeschichte (treten Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Ihren Eltern oder deren Eltern auf?) und die Art des Hormons spielen dabei ebenfalls eine Rolle. 

9. Kann ich die HRT einfach absetzen?

Es gibt keine festen Richtlinien für das Absetzen der HRT. Die Entscheidung, abrupt mit der HRT aufzuhören oder sie auszuschleichen, hängt von Ihren Beschwerden, den Nebenwirkungen und Ihren Vorlieben ab. In der Regel empfehlen Ärzte, die HRT über einen Zeitraum von mehreren Monaten auszuschleichen. Es ist dann viel unwahrscheinlicher, dass Ihre Beschwerden zeitweise zurückkehren. 

10. Erhöht die HRT das Krebsrisiko?

Die Risiken der HRT sind seit Jahren Gegenstand der Forschung und vieler Diskussionen. Eine Studie der Women’s Health Initiative deutete vor über 20 Jahren darauf hin, dass die HRT ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs mit sich bringt und negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat. 

Mittlerweile zeichnet die Forschung ein anderes (und positiveres) Bild. Neuere Studien zeigen, dass die HRT für die meisten Frauen eine sichere und wirksame Behandlung ist. Die von der WHI-Studie aufgedeckten Risiken gelten insbesondere für Frauen, die erst später mit der HRT beginnen (60+). Es ist wichtig, dass frau kurz (innerhalb von zehn Jahren) nach der Menopause mit der HRT beginnt. Alter und persönliche gesundheitliche Rahmenbedingungen bestimmen also die Risiken. 

Erwägen Sie eine Hormontherapie?

Für viele Frauen ist eine Hormontherapie eine große Erleichterung. Die Beschwerden gehen zurück, sodass Sie sich wieder wohlfühlen in der eigenen Haut. Finden Sie heraus, ob sie die richtige Behandlung für Sie ist.

Quellennachweis

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